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Trauerkreis | Forum für Trauernde | Trauernde Kinder
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Autor ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
Darosa
Mitglied

Beiträge: 42
Ort/Wohnort: Bayern
Mitglied seit: 24.02.07
verfasst am 24.02.2007 13:35
Meine Mutter ist im Alter von 66 Jahren nach 2 jährigem Kampf gegen den Krebs im August 2005 in einem Hospiz gestorben. Wir hatten ein ganz inniges und tiefes Verhältnis zueinander und ich war auch bei ihr, als sie ihren letzten Atemzug tat. Danach habe ich eine Gesprächstherapie gemacht und kann wieder einigermaßen "funktionieren". Aber trotzdem neige ich seitdem zu Depressionen und immer öfter kommt das "Ich will nicht mehr", weil ich sie so unglaublich vermisse, natürlich vor allem in Zeiten, wo es mir nicht gut geht. Dass da meine Tochter ist, für die ich sorgen will und muss, ist eigentlich das, was mir noch Lebenswillen gibt, und auch das Bewusstsein, dass Gott ja möchte, dass wir uns auf dieser Erde bewähren. Ich will mich gerne bewähren, aber manchmal - eher oft - bin ich so müde und sehe nichts mehr - "es trübet sich mein Blick".
Das erstaunt mich, dass das Trauern gar nicht aufhören mag. Dass es so lange dauert. Meine Mutter hat die ihre auch in etwa so früh verloren ("für mich wars halt früh, ich bin heute 42", aber ich hab an ihr nicht wahrgenommen, dass sie ihr Leben nicht genießen konnte. Oder ich war zu blind für ihre Traurigkeit, weil Kinder/Jugendliche/Verliebt-Verlobt-Verheiratete/junge Mütter es so selbstverständlich nehmen, dass vor allem ihre Belange wichtig sind und die Mütter das uneigennützig unterstützen, d.h., ihre eigene Traurigkeit hintanstellen. Es dauert so lange und ich würde gerne mit Euch ein wenig darüber reden, wie Ihr mit der Länge der Last umgeht..................
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
barbara
Mitglied

Beiträge: 28
Ort/Wohnort: Brandenburg an der Havel
Mitglied seit: 26.11.06
verfasst am 24.02.2007 21:29
Wie lange eine trauer anhält, ist für jeden unterschiedlich. Es gibt keinen vorgeschriebenen Rahmen so und so lange darfst du trauern und das ist aber vorbei. Ich weiß, daß es diese Meinung gibt, aber alles Quatsch. Wichtig ist, die Trauer zuzulassen. Ich hatte nach dem Tod meines Mannes und meines Sohnes, die Trauer schlichtweg nicht zu gelassen, das Ergebnis war, die Trauer traf mich schlagartig 5 Jahre später in Form einer schweren Depression. Aber darüber zu reden, biete ich gern allen an, welche sich darüber austauschen möchte, nur soviel, nach ca. 9 Jahren hatte ich die Krankheit endlich im Griff und lebe seitdem sehr gut mit Medikamenten und es geht mir gut. Wichtig ist wirklich, sich immer wieder sich jemanden zu suchen, der zuhört und verstehen kann. Dazu bietet diese Seite eine hervorragende Plattform. Leider gab es so etwas damals noch nicht. Es ist ein erhebendes Gefühl in einer so großen Gemeinschaft zu leben und Kraft aus jedem kleinen Wort zu schöpfen.
Ich hatte 2003 im Dezember meinen Vater in die Ewigkeit abgeben müssen, daß traf mich auch wie ein "Keulenschlag", ebenfalls 66 Jahre, er war erst einige Wochen zuvor in den wohlverdienten Ruhestand geganden. Aber ich hatte die Trauer um meine beiden Lieben dann noch einmal erlebt und den Moment um 3 meiner Lieben getrauert. Aber wie schön ist doch unsere Zuversicht, "Gotteskinder seh`n sich nie zum letzten Mal...."
Alles Liebe euch allen und einen gesegneten Sonntag Barbara
Autor RE: Die lange Trauer
Danke
Mitglied

Beiträge: 20
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 27.10.06
verfasst am 26.02.2007 13:23
Liebe Darosa, mit Bewegung und Anteilname habe ich Deine Zeilen gelesen.

Wenn Du magst nehme ich Dich sanft und lieb in meine Arme. Tatsächlich hängst Du schon sehr lange in Deiner Trauer fest.

Bitte fange wieder an, auch an Dich und Deine Lebensaufgabe zu denken und beginne ein mit Freude erfülltes Leben zu leben.

Sicherlich hindern Dich die Depressionen dabei (ich kenne das), doch wenn Du wieder an die Freude glaubst, dann geht auch die Depression nach hinten. Ich durfte das am eigenen Leib erleben und bin in Großer Dankbarkeit. Auch Du wirst das können, bitte glaube mir als Selbstbetroffene. Ich mußte meinen geliebten Vater (mit 60 Jahren, Krebs) zu Grabe begleiten. Auch bei mir war die Trauer sehr groß, jetzt ist sie umgewandelt in liebevollem Gedenken und Dankbarkeit einen solchen Vater zu haben.

Deine liebe Mutter begleitet Dich (aus der Ewigkeit) ganz bestimmt dabei Deinen Weg des Lebens zu gehen, und hat dann Freude in ihrer Seele.

Ich grüße Dich liebevoll Deine mitfühlende Danke


Alles hat einen Sinn
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
engelchen
Mitglied

Beiträge: 21
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 10.01.07
verfasst am 28.02.2007 16:18
Liebe Darosa,
ich habe meine Mutter vor nun fast 2 Jahren ganz plötzlich abgeben müssen. Ich kann Deine Trauer verstehen und auch nachfühlen.
Für die Umwelt ist es meist unverständlich dass man nach "so langer Zeit" noch immer in seiner Trauer festhängt. Auch ich hatte ein sehr inniges und schönes Verhältnis zu meiner Mutter. Sie fehlt mir unendlich und ich habe noch heute oft das Gefühl - ich muss mal eben schnell Mama anrufen-!
Der Schmerz verändert sich mit der Zeit, ich habe heute zum Glück nicht mehr das Gefühl dass ich den heutigen Tag einfach nur überlebt habe und dennoch sitzt der Schmerz um die eigene Mutter unendlich tief.
Ich habe eine Tochter ( 5 ) die auch noch immer sehr mit Ihrer Trauer beschäftigt ist, obwohl sie damals gerade einmal 3 Jahre alt war.
Wenn mir machmal alles zu viel wird schreibe ich meiner Mutter einfach einen Brief. Mir hilft das alles los zu werden. Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und Mut Dein Leben wieder neu weiterzuführen. Es lohnt sich, aber man muss neue Freude auch zulassen, auch wenn es manchmal schwerfällt.
Liebe Grüsse
Engelchen
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
Darosa
Mitglied

Beiträge: 42
Ort/Wohnort: Bayern
Mitglied seit: 24.02.07
verfasst am 01.03.2007 22:05
Danke, Ihr Lieben, zunächst für die Aufnahme, für die Herzenswärme, die überspringt, und auch für die schönen Gedanken. Oft bin ich hin und hergerissen zwischen einer gewissen Hoffnunglosigkeit, denn Gefühle tiefer, echter Freude sind bei mir eher selten geworden, und der Anstrengung aus dem Bewusstsein heraus, dass es wichtig ist, mein eigenes Leben zu leben. Natürlich verstärkt sich Traurigkeit - oder tritt vermehrt zu Tage - wenn genau dieses eigene Leben nicht optimal, eher suboptimal läuft. Pubertierende und nicht immer freundliche Tochter, gesundheitliche Probleme, und eigentlich langweilt mich das Leben an sich. Ich bin schon froh, ein Gotteskind zu sein, und ich engagiere mich auch mit meinen Gaben, aber es würde mir tatsächlich gar überhaupt nichts ausmachen, nicht mehr hier zu sein. Nie würde ich mir selbst das Leben nehmen, aber oft wünsche ich mir, dass es einfach zu Ende wäre, ich dort "drüben" bei meiner Mutter sein könnte und alles nur noch ruhig wäre. Und dieses Gefühl ist stärker als noch vor einem halben Jahr. Freude ist für mich ein ganz schwieriges Thema.

Als meine Mutter die letzten 10 Tage auf der Palliativstation lag, hatte sie eine Zimmergenossin, die wusste, dass sie bald sterben würde, aber momentan noch nur zum Schmerztherapieeinstellen da war. Eine ganz edle und liebe Frau, so ca. 55 Jahre alt. Sie erzählte mir damals ganz ruhig, sie könne sich vorstellen, dass ihre unheilbare Krebskrankheit daher gekommen sei, dass sie vor einiger Zeit gesagt hätte, sie hätte genug, sie wolle nicht mehr leben...... Dieser Gedanke verlässt mich nicht, und nun habe ich eine ungeklärte Unterleibsgeschichte und Angst, dass das ein Automatismus sein könnte: Tiefes Leid und fehlender Lebenswillen, ja geäußerter Lebensunwillen gibt tödliche Krankheit? Bald weiß ich mehr. Bis dahin muss ich weiter funktionieren - obwohl ich es nicht will! Und doch will. Denn natürlich will ich für mein Kind da sein, in unserer Gemeinde sind nun schon zwei sehr junge Menschen, die ihre Mutter verloren. Klar - ---

Ganz große Freude hat mir gegen Ende des letzten Jahres die Begegnung mit dem Kapstädter Kinderchor in Salzburg gemacht. Das war prächtig. Eigentlich sind 18 Monate auch gar keine so lange Zeit. Ich finde diese Gemeinschaft hier wunderbar, bin mir abe noch nicht ganz sicher, ob sie einen nicht länger bei dem Thema verweilen lässt als das ohne der Fall wäre. Ich fühle mich halt mit der NAK total wohl und überlege schon sehr angestrengt, wie die Seite noch mehr publik gemacht werden kann. Ein Artikel in der Familie wäre sicher nicht schlecht.
Nun muss ich ins Bett und verabschiede mich von Euch, wenn ich wieder mehr Zeit habe, will ich auch mal mehr lesen.
Alles Liebe
Eure Darosa
Autor RE: wie lange dauert die Trauer ?
ladwig-angela
Mitglied

Beiträge: 3
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 20.03.07
verfasst am 20.03.2007 17:59
Liebe Darosa,

dazu gibt es keine feste Zeit. Der eine schafft es schneller und der eine hat lange daran zu tragen.
Ich habe meinen Mann und den Vater meinen beiden Kinder im Januar 2005 durch Selbsttötung verloren. Er war krank, aber wir waren wie gelähmt. Erstmal muß man funktionieren und irgendwann kommt die Wirklichkeit. Also muß man die Trauer zulassen. Es tut weh und die Umwelt hat Schwierigkeiten mit dieser Situation umzugehen. Doch jeden Tag den man schafft, darauf kann man dann wieder stolz sein. Mein Mann hat auch unter Depressionen gelitten, daher weiß ich wie sehr einem diese Krankheit zusetzten kann. Doch ich habe erfahren, auch wenn immer die Frage Warum im Raum steht, es gibt viele Beter um uns herum. Wir sind nicht alleine, nimm jede Hilfe an die dir geboten wird und freu dich über deine Tochter. Die Trauer wird dich immer wieder mal mehr und mal weniger bewegen. Lass es zu, aber immer mit dem Wissen Deiner Mutter geht es jetzt gut, und sie will sicherlich auch das es dir und ihrem Enkelkind gut geht. Sie schaut von oben wohlwollend auf euch herab. Sei dankbar für so eine gute Mutter die du haben durftest.
Aus eigener Erfahrung weiß ich das man manchmal diese wohlgemeinten Ratschläge garnicht mehr hören mag, weil die meisten ja garnicht wirklich mitreden können.
Aber öffne dich und denk an die schönen Jahre die ihr miteinander haben durftet.
Ein stiller Gruß
anna
Autor RE: Ein Wort - wie ein Blitz, dass kann eine Chance sein
Darosa
Mitglied

Beiträge: 42
Ort/Wohnort: Bayern
Mitglied seit: 24.02.07
verfasst am 04.06.2007 10:10
Gerade habe ich in der Familie vom 20. Mai 07 ein Wort von Bezap Schneider gelesene (S. 10), das muss ich unbedingt loswerden, das ist mir ganz tief ins Innerste gefallen, wahrscheinlich, weil es einen meiner wundesten Punkte berührt.

Es geht um die Begegnung von Elia und Mose mit Jesus auf dem Berg der Verklärung. Ich zitiere (hoffentlich ist das erlaubt ?):
" Beide (Mose und Elia) waren große Männer Gottes und haben viel in ihrem Leben erlebt. Auf dem Berg der Verklärung haben sie aber nicht über das gesprochen, was sie einmal erlebt haben und gesagt: "Erinnerst du dich noch, wie schwer das damals war und was wir alles für Gott getan haben?" Nein, sie haben über die Zukunft des Sohnes Gottes gesprochen. Die Zukunft war ihnen wichtig. Geschwister, unsere Lieben in der jenseitigen Welt machen sich keine Gedanken über die Vergangenheit. Sie interessiert die Zukunft. Wenn ich mit meinem heimgegangenen Vater Gemeinschaft haben will, muss ich mich mit meiner und seiner Zukunft beschäftigen. Das sit das Einzige, was für ihn wichtig ist."
Ist das nicht großartig. Ich bin bisher immer noch verfangen in Gedanken wie:
- habe ich genug Zeit mit meiner Mutter verbracht - während ihrer Krankheit, vor ihrer Krankheit?
- hätte ich mit ihr über den Tod sprechen sollen?
- gibt es noch etwas, was sie mir nachtragen könnte?
usw.usw.
Nun, das ist jetzt kein Schalter, den ich umlegen kann und alles ist gut. Aber ich trage die Hoffnung in mir, dass wir uns mit derselben Zielrichtung bewegen und daraus auch für mich die Kraft entsteht, mehr und mehr mit der Vergangenheit Frieden zu machen und irgendwie abzuschließen.
Danke fürs Zuhören, wie immer ist es schön, in Eurer Mitte zu sein.
Gruß, Darosa
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
Darosa
Mitglied

Beiträge: 42
Ort/Wohnort: Bayern
Mitglied seit: 24.02.07
verfasst am 26.06.2007 15:52
Liebe Heidi,
ich danke Dir ganz herzlich für Deine liebevollen Worte, sie waren - so kurz vor dem Entschlafenengottesdienst zudem - wie ein Gruß aus der Ewigkeit für mich, ein Streicheln der Seele. Danke, dass Du zu mir gesprochen hast.
Darosa
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
NiMa
Mitglied

Beiträge: 8
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 01.01.08
verfasst am 01.01.2008 20:00
Hallo Ihr Lieben,

ich weiß nicht, ob dieses Thema noch besucht wird, aber ich bin schon vor längerer Zeit auf diese HP gestoßen und habe mir einige Beiträge durchgelesen. Aber erst jetzt habe ich mich dazu entschlossen mich hier anzumelden. Ein Vorsatz für das Jahr 2008 ist mein Gefühlschaos zu sortieren. Und da kam dieser Eintrag wie ein Geschenk Ich selber habe im Alter von 7 Jahren meinen Vater an Krebs verloren. Mittlerweile bin ich fast 26 Jahre und ich dachte, ich hätte alles gut verpackt. Doch leider muss ich nun feststellen, dass ich es wohl die letzten Jahre gut verdrängt habe. Seit dem ich in einer festen Beziehung lebe und Gefühle zulasse, überkommen mich mehr und mehr die Wut über den Verlust (auch auf Gott, warum er es zulassen konnte), die Trauer (mit der ich manchmal gar nicht umgehen kann) und die Einsamkeit (obwohl ich nicht alleine bin!). Wie bereits geschrieben, lebe ich in einer festen Patnerschaft und habe alles, was man so zum leben braucht. Eigentlich könnte ich super zufrieden sein und einfach glücklich leben, doch immer habe ich das Gefühl, dass mir etwas fehlt! Nicht nur meine Vater habe ich verloren, sondern auch meinen Großvater. Auch dies war ein hater Schicksalsschlag, den ich wohl noch nicht so überwunden habe. Fazit meines ganzen geschreibsels soll einfach nur sein, dass DU mit diesen Gefühlen nicht alleine bist und ich denke, dass es jede Menge Kinder gibt, die mittlerweile erwachsen sind und ihre Eltern schmerzlich vermissen! Ich wünsche uns und allen trauernden viel Kraft für das Jahr 2008, um besser klar zu kommen und danke, dass es die Möglichkeit gibt, hier einmal seine Gedanken aufzuschreiben, die man manchmal nicht mit seinen Freunden oder Verwandten so teilen kann.

LG
Nina
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
barbara
Mitglied

Beiträge: 28
Ort/Wohnort: Brandenburg an der Havel
Mitglied seit: 26.11.06
verfasst am 02.01.2008 07:04
Liebe Nina, man merkt auf dieser Seite, daß doch immer wieder Themen, welche schon lange keine Beachtung mehr hatten, doch immer wieder aktuell werden. Danke das duden Mut hattest, dich zu äußern. Ich verlor meinen Vater vor 6 Jahren, er war 66 Jahre alt geworden. Immer wieder stellt sich uns dabei die Frage, warum "ist unser himml. Vater so ungerecht zu uns, warum läßt er es zu" wäre es nicht schöner uns zu fragen, wenn die Kraft dazu vorhanden ist, " wozu". Zu diesem Zeitounkt konnte ich es auch nicht, zumal dann auch wieder die Trauer um meine Mann und meinem Sohn hochkam - nach 10 Jahren -. Es wird sicherlich immer wieder Situationen geben, durch Worte, Gesten o.ä. in dem wir an unseren Lieben erinnert werden und uns die Traurigkeit überfällt, aber je länger der Abstand zu dem Vorhergegangen wird, wird es doch weniger. Irgendwann begreift man dann auch die Frage "Wozu?" diente uns dieses oder jenes. Den anderen besser zu verstehen, den anderen besser zu trösten, den anderen Mut zu geben - es bleibt nicht so, aber lehne dich an - den anderen zuhören zu können, den anderen nicht zu verurteilen - nun ist es doch schon so lange her und sie/er ist noch nicht damit fertig - sondern auf ihn zuzugehen, usw. Und - so ging es mir und geht es heute noch - für viele Dinge des Lebens bekommt man eine andere Sichtweise und vielleicht ordnet man sein Leben dann auch etwas gezielter in wichtig und unwichtig.
Ich wünsche Dir auf dieser Seite viel Trost und Kraft, es gibt hier viele Vorbilder und Helfer, welche durch Trauer und Verlust eine besondere Gabe erhalten haben zu trösten, mir gelingt es nicht immer so zum Ausdruck zu bringen, wie ich es meine.
In herzl. Umarmung und ein gesegnetes Jahr 2008
Barbara
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
NiMa
Mitglied

Beiträge: 8
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 01.01.08
verfasst am 03.01.2008 20:14
Hallo Ihr Lieben,

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie gut es tut / tat Eure Beiträge zu lesen. Es ist schön wenn man getröstet wird und nicht bemitleidet.
Ich habe mir Gedanken über das 'Wozu' gemacht und auch im Falle des Todes meines Großvaters etwas gefunden, was mir ein wenig die Augen geöffnet hat. Vielleicht ist es ein Hirngespinnst, aber wäre mein Opa nicht so plötzlich gestorben wären meine Tante und Ihr Mann, mit dem sie nun ein Kind hat, nicht zusammengekommen. So habe ich zwar keine Opa mehr hier auf der Erde, aber einen kleinen Cousin Ein Lichtblick, der den Tod meines Opa's irgendwie leichter macht. Vielleicht schaffe ich es eines Tages auch so etwas bei meinem Vater zu finden. Ein gewisser 'aha effekt', der einem die Augen öffnet.
Vielleicht passt es nicht so ganz in dieses Thema und wäre ein wert ein neues Thema im Forum zu eröffnen, aber wie geht Ihr mit dem Grab um? Ich meine damit, ist der Friedhof für Euch etwas, woran man sich klammern kann? Ich hatte nie das Gefühl dort hingehen zu müssen, da ich ja weiß, dass dort nur noch der sterbliche Rest liegt und mein Papa an diesem Ort nicht ist, sondern in der jenseitigen Welt. Doch als ich letztens nicht mehr weiter wusste bin ich dort hingeflüchtet und ich habe einen Schock bekommen. Das Grab war schon verwildert, da meine Mutter auch nicht oft dort hingeht. Seit dem habe ich ein richtiges Schuldgefühl. Was mag mein Vater wohl denken, wenn er es sieht. Vielleicht, dass wir ihm egal sind ?

So hoffe ich auf weitere schöne Gedanken von Euch!

LG
Nina
Autor RE: Thema Grab - ein Ort der Stille oder ????
barbara
Mitglied

Beiträge: 28
Ort/Wohnort: Brandenburg an der Havel
Mitglied seit: 26.11.06
verfasst am 04.01.2008 06:09
Liebe NiMa das Thema Grab ist auch für eher ein belastendes Thema.
Es ist für jeden ein anderer Ort. Viele finden dort wirklich einen Ort der Stille vor, können sich dort mit ihren Lieben in besonderer Weise verbinden und das ist auch gut so, einen Ort zu haben, wo man sich hinbegeben kann. Leider ist es bei mir so, daß ich durch die Wiederheirat bedingt, von meinem ursprünglichen Wohnort weggezogen bin, so daß ich zum Friedhof dadurch bedingt nur noch sehr selten hinkomme. Dadurch ist es eher ein Belastung für Mich! als ein Ort der Ruhe. Hinzukommt noch, daß es kein Ort der Ruhe mehr ist, sondern mit sehr viel Autolärm belastet ist, da die Straße verlegt wurde. Für mich es aber auch schon vorher nicht so ein Ort gewesen zu dem ich gern hingegangen bin, da ich genauso wie du denke, eigentlich ist es mehr für die "Leute". Wichtig ist für mich, daß meine Lieben im Herzen bleiben und dort einen Platz haben. Aber für jeden ist es anders, so daß dieses Thema nicht verallgemeinert werden kann. Ich hatte auch schon den Gedanken, die Gräber einebnen zu lassen, aber das habe ich bis herher noch nicht fertig gebracht, also muß mich ja doch noch etwas mit diesem Ort verbinden, also auf der einenArt Belastung zeitlich und so auf der anderen Seite??? Was ist es dann??? Weiß ich selbst nicht. Aber ichdenke Schuld- gefühle deswegen zu haben???? Wie du selbst schon sagtest, eigentlich liegt doch dort nur der Leib, wichtig ist es wie sieht es in deinem Herzen, in deinen Erinnerungen aus. Schön finde ich es auch, sich in der Wohnung vielleicht eine kleine Erinnerungsecke einzurichten oder es gibt noch mehr Möglichkeiten sich zu erinnern, eben im Herzen zu behalten.
Ich wünsche Dir von Herzen, daß du diesen "AHA" Effekt erleben kannst. Es hilft wirklich sehr, die Frage nach dem WOZU beantwortet zu bekommen, aber wir werden auch hier auf der Erde nicht zu jeder Zeit eine Antwort bekommen oder es dauert noch eine Weile.

Betende Hände braucht unsere Zeit

In diesem Sinne in herzl. Umarmung, fühle dich hier weiterhin geborgen und verstanden, einen lieben Gruß
Barbara
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
Darosa
Mitglied

Beiträge: 42
Ort/Wohnort: Bayern
Mitglied seit: 24.02.07
verfasst am 09.01.2008 18:50
Nachdem ich dieses Thema eröffnet habe und - immer wieder erstaunt es mich - gerade hierhin gelenkt worden bin, möchte auch ich Dich, Nina, ganz herzlich hier willkommen heißen. Das eine Thema, das Du angesprochen hast, ist die Wut und das Nichtverstehen, dass "Gott so etwas zulassen kann". Ich habe heute, als mein Mann sich auf den Gottesdienst vorbereitet hat, ich in sein Amtsblatt lugte und das Wort "Vertrauen" las, mit ihm darüber gesprochen, was denn wohl Vertrauen in Gott überhaupt sei, woher ich es bekommen könnte, wie es sich wohl anfühlt, was ich davon habe usw. Denn ich vertrat die Auffassung, wie kann ich Vertrauen gewinnen oder haben, wenn mir (und allen anderen auch bzw. vielleicht noch viel mehr) schlimme Dinge geschehen, die mich traurig, verzweifelt und unglücklich machen, wo nix "wieder gut" wird...... Warum schreitet Gott, der ja die Liebe ist, nicht ein, verhindert das, damit es uns gut geht (und wir uns ganz auf ihn konzentrieren können), damit unsere Lieben ihr Leben in Ruhe und Frieden zu Ende leben können und wir mit ihnen.
Zuletzt sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Gott es nicht vorgesehen hat, diejenigen, die gläubig sind oder auch neuapostolisch, von den Umständen, die diese Welt mit sich bringt und die er (Gott) nicht alleine verantwortet (Immerhin hat der Mensch den freien Willen, auch Böses zu tun; Krankheit und Tod ist vielfach einfach auch eine Folge von vielen Faktoren in Umwelt, Ernährung, Lebenskraft etc.) zu verschonen. Er hat primär Interesse an unserer seelischen Bildung, Interesse daran, dass wir uns unter allen Umständen, die wir hier durchleben, ihm zuwenden und vor allem unser geistiges Leben so einrichten, dass wir irgendwann mit ihm vereint sein können.
Völliges Vertrauen in seine Führung bedeutet demnach nicht, alles zu wissen oder zu verstehen oder sogar nur noch Gutes zu erleben, sondern zu glauben, dass er uns die Kraft geben kann (um die wir manches Mal aber ringen müssen), alles, was uns begegnet, zu er-tragen, - sicher zu sein, dass es richtig war, dass es so geschah.
Da habe ich natürlich auch Probleme, wie kann es denn richtig sein, wenn Kinder durch Gewalt sterben, wenn Krankheit wütet und uns das Liebste vorzeitig nimmt, wenn Kinder ohne ihre Eltern aufwachsen müssen usw. Richtig in menschlichem Sinn ist es sicher nicht, und ich denke auch nicht, dass Gott seinen Gefallen daran hat. Aber er wird doch dafür sorgen, dass weder die "Opfer" noch wir, die Trauernden, davon einen Schaden erleiden müssen, wenn wir ihm vertrauensvoll die Hand geben und alles aus der seinen nehmen, wie es auch immer kommt.

Das war jetzt ein wenig wirr, nicht wahr? Es kommt so viel in mir hoch, weil ich wieder einmal so sehr zu kämpfen habe, um die Trauer, das Vermissen meiner Mutter nicht zur Lebensbestimmung werden zu lassen. Nach nunmehr zweieinhalb Jahren denke ich immer noch alle paar Minuten an sie, vermisse sie schmerzlich, bin depressiv und mir fehlt das Interesse! am Leben (von Lebensfreude ganz zu schweigen). Immerhin ist es mir bewusst und ich bin angestrengt auf der Suche, wie ich mich (mit Gottes Hilfe) selbst am Schopfe da herausziehen kann. Und nun muss ich gerade wieder aufhören, sonst verzettele ich mich.
Eure
Darosa
Zum Thema Grab gibt es glaubich schon einen anderen Thread?
Autor RE: Gedenkstätte
zione
Mitglied

Beiträge: 53
Ort/Wohnort: nrw
Mitglied seit: 08.09.07
verfasst am 10.01.2008 15:37
Liebe Nina, Ihr lieben alle,
die Großmutter meiner Mutter erlitt beim Besuch des Grabes ihres Mannes einen Herzschlag (und starb), meine Mutter fast beim ersten Besuch des Friedhofs, auf dem ihr Mann (mein Vater) lag, ich sollte ihr deshalb kein Grab anlegen lassen. (Nun, es gibt auch andere Möglichkeiten; in den Niederlanden und in der Schweiz kann man ja auch die Asche verstreuen lassen oder selber verstreuen.)
Ich habe es noch nicht über mich gebracht, noch einmal zu dem entsprechenden Ort zu fahren, wohl sehe ich öfter die Fotos an;
aber ich gehe öfter in die Kirchengemeinde meiner Mutter, und alle freuen sich, und ich spüre bei jeder liebevollen Begrüßung die Verbindung zu meinem Mütterchen.
Viele liebe Grüße in die Ewigkeit und,
Euch allen eine ganz liebevolle Umarmung, Zione
Autor RE: Danke
NiMa
Mitglied

Beiträge: 8
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 01.01.08
verfasst am 19.01.2008 12:49
Hallo Ihr Lieben,

danke für die vielen Antworten und Ansichten. Im Moment geht es mir viel besser, wo ich weiß, dass ich nicht alleine bin! Ich hatte letztens im Gottesdienst, in dem es um Vertrauen ging auch irgendwie so eine Eingebung Ich habe mich gefragt: Warum tue ich mir das an? Warum mache ich mir selbst das Leben so schwer? Es hat doch gar keine Sinn jeden Tag traurig zu sein und zu weinen. Habe doch einfach Vertrauen, dass alles richtig ist, so wie es ist! Klar überkommt es mich manchmal und dann ist es auch sicherlich berechtigt, aber wenn ich schon gestorben wäre, dann würde ich es doch auch nicht toll finden, wenn meine Lieben nur noch traurig wären. Sie sollten doch auch ein schönes Leben haben, in der Dankbarkeit, dass wir uns hatten weiterleben! Klar ist das leichter geschrieben, als umgesetzt und ich wüsste auch nicht, wie ich reagieren würde, wenn jetzt z.B. plötzlich jemand anderes aus meiner Familie heimgehen würde, aber den Tod meines Vaters, so wie meines Opas sind nun mal nicht mehr rückgängig zu machen! Aber eine andere Sache beschäftigt mich dafür seit einigen Tagen und zwar habt ihr, ihr die ihr auch so schmerzliche Erfahrungen gemacht habt, auch so viel Angst davor, dass bald der nächste geht? Ich meine ich habe ja geschrieben, dass ich jetzt eine Beziehung habe und ich habe entsetzliche Angst, dass ihm etwas zustößt! Wenn er unterwegs ist, dann habe ich Angst, dass er z.B. in einen Unfall verwickelt wird. Oder ich habe jetzt schon Angst davor, dass wir alt werden und dann irgendwann der Tag kommt, dass wir nicht mehr zusammen sein dürfen. Auch habe ich unsagbare Angst meine Mutter oder meine Bruder zu verlieren, obwohl alle gesund sind und es ihnen gut geht. Ich habe das Gefühl, ich denke nur noch an das schlimmste und mache mir damit auch das Leben schwer!

Lieben Gruß
NiMa
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
NiMa
Mitglied

Beiträge: 8
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 01.01.08
verfasst am 26.01.2008 18:36
Vielen Dank! Ich werde es versuchen und mir ganz fest vornehmen positiv dem Leben gegenüber zu stehen. Doch manchmal fällt es soooooo schwer , besonders wenn man hier im Forum sieht, dass es so viele traurige Glaubensgeschwister gibt. Manchmal frage ich mich nur, wie gehen Menschen mit dem Tod um, die nicht an Gott glauben. Ich meine, wir können uns ja damit trösten, dass es eine begrenzte Zeit ist, in der wir unsere Lieben nicht sehen, aber ich glaube, dass man das wohl hier auf Erden nie verstehen wird!

LG
NiMa
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
Darosa
Mitglied

Beiträge: 42
Ort/Wohnort: Bayern
Mitglied seit: 24.02.07
verfasst am 29.01.2008 17:56
Liebe NiMa,
ganz besonders berührt haben mich deine Worte (sinngemäß), "wenn ich gestorben wäre, würde ich auch nicht wollen, dass meine Lieben den Rest ihres Lebens traurig sind - sie sollen ihr Leben genießen".
Vielleicht müssen wir uns das immer wieder und noch mehr bewusst machen - sie wollen nicht, dass wir traurig sind. Ein trauriges Gedenken oder ein dankbares, freudiges Gedenken....
Bei meiner Mutter habe ich auf das Sterbebildchen die Worte drucken lassen:
Goldene Jahre, - weine nicht, dass sie vorüber, freue dich, dass sie gewesen.......

Irgendwer hat mal gesagt: man muss sich auch freuen wollen! Nun, wir alle hier - denke ich - arbeiten daran, sonst würden wir uns mit unserem Schmerz alleine verkriechen. Wir sind ja hier, um Linderung des Schmerzes zu erfahren und vielleicht irgendwann die Heilung zu erleben.

Die Angst kann wohl auch überhand nehmen, wenn wir es zulassen. Ich ängstige mich auch, wenn Mann und Kind nicht zur vereinbarten Zeit zu Hause sind. Aber immer wieder versuche ich, mir dann klarzumachen, dass die Angst nichts! verändern würde. Und meist passiert halt tatsächlich nichts. Außer, dass wir Angst gehabt haben und eine schlechte Zeit. Da gilt es zu üben, durchzuatmen, sich abzulenken, ins Gebet zu gehen und den Engelschutz anzufordern, und dann - wie du geschrieben hast, vertrauen, dass alles gut ist.

Nicht alles auf dieser Welt ist vom Irdischen her gesehen gut, auch nicht für die, die Gott vertrauen. Aber unsere Seelen werden nicht Schaden erleiden, wenn wir sie unter den Schutz Gottes stellen, das wird er niemals zulassen. Und das ist das Wesentliche!
Autor RE: Gottvertrauen / obwohl ich eigentlch schon so erwachsen bin
zione
Mitglied

Beiträge: 53
Ort/Wohnort: nrw
Mitglied seit: 08.09.07
verfasst am 16.02.2008 16:56
liebe darosa, eigentlich wollte ich dir schon lange noch etwas zu deinen so schoenen ausfuehrungen uebers Vertrauen schreiben. Eben, wenn uns etwas nicht passt, soll Gott einschreiten, wenn wir etwas unbedingt wollen, soll Gott uns lassen?? (obwohl es oft wirklich schwer ist, Gott zu verstehen).Denken wir doch mal an kleine kinder, und dann daran, wie hoch Gott ueber uns steht, plant und weitraemig ueberblickt.

Es beruhigt mich immer wieder und tut so gut zu lesen, dass nicht nur ich mein muetterchen immer noch ganz tief im herzen trage, obwohl ich schon so erwachsen bin.
Euch allen meinen dank,
liebe gruesse, zione
Und liebe gruesse in die Ewigkeit zu all unseren Muetterchens!
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
Niramelian
Mitglied

Beiträge: 1
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 02.06.08
verfasst am 03.06.2008 01:27
Hallo zusammen , eigendlich wollte ich einen eigenen Thread eröffnen
aber als ich das hier alles gelesen habe war ich so ergriffen,
vor allen Dingen weil sich meine Situation mit anderen Betroffenen deckt

Am 7.5.08 ist meine Mama plötzlich heimgegangen.

Von Anfang an :
Letztes Jahr hatten sie Ende April
*Goldhochzeit*
wir (Kinder) und Familie haben ihnen eine Kutschfahrt von 2 STD
geschenkt, als ich sie zur angegebenen Zeit abholte konnte meine Mama kaum laufen und sie sagte das sie wohl ein Magen Darm Virus hätte.
Was sie uns nicht gesagt hatte war, das sie seid Weihnachten Blut im Urin hat.....
sie wollte die Konfirmation unseres Sohnes erleben und darauf folgend die Goldhochzeit.
Nach der Kutschfahrt (die einfach nur super schön war)
ist sie zum Arzt gegangen und nach vielen Untersuchungen wurde
Nierenkrebs festgestellt.
Die Niere wurde entfernt und die nachvolgenden Untersuchungen wurden regelmäßig kontroliert.
Dann hat man jetzt im April angeblich Metastasen gesehnen beim Urologen und meine Mama bekam Chemo.
Die war so agressive das sie nicht mehr laufen konnte und ins Krankenhaus kam.
Dort bekam sie einen Darmverschluß und mußte Not operiert werden.
Im Gespräch danach mit dem Professoer stellte sich heraus das sie gar keine Metastasen hatte.
Die Narbe wollte nicht heilen und sie wurde 3 mal geöffnet und vor jeder OP sah meine Mama mich angstvoll an und ich habe ihr Mut zu gesprochen.
Nach 6 Wochen durfte sie dann endlich nach Hause und bekam die Pflegestufe 2
Mein Vater hat sehr sehr viel getan,
da sie den Stuhl nicht halten konnte, wurde sie unablässig sauber gemacht und wir hatten die Hoffnung, wenn sie genug trinkt und der Therapeut kommt um sie wieder zum laufen zu bekommen das alles gut wird.

Aber neeeh
Montag' s (2 Wochen später) morgen ruft mein Vater an und sagt das sie meine Mama mit einem Blutdruck von 70 zu 40 ins Krankenhaus gebracht haben.
Natürlich bin ich hin.......
sie kann kaum noch sprechen und ich versuche noch wie immer witzkes zu machen........
dann sieht sie mich an (das wurde mir erst später bewußt)
wissend und verabschiedend (das habe ich erst später begriffen)

Diesntag's rief mein Bruder an , er war mit meinem Vater im Krankenhaus und teilte mir mit das sie Mama ins künstliche Koma legen mußten da sie so viel Wasser im Bauchbereich hatte das es auf die Lunge drückt und sie nicht selbständig atmen könne,

Abend's kam mein Bruder noch zu uns und wir redeten noch viel miteinander unter anderem telefonierten wir noch mit unserem Vater , der im Krankenhaus anrufenn wollte wie es unserer Mutter gint.

Am nächsten Morgen gegen 3.30 rief mein Vater an und sagte, das das Krankenhaus sich gemeldet hat und wir kommen sollen.
Um 4.00 waren wir da und um 5.50 ist meine Mama gegangen.
Ich habe bis um 9.00 versucht sie warm zu halten aber das geht natürlich nicht.

Nun habe ich das Gefühl, je mehr Zeit verstreicht um so schmerzvoller wir es.
Ich kann damit nicht umgehen obwohl ich so viele treue Beiträge von euch gelesen habe.

Ich habe im Moment das Gefühl als wenn ich der einziegste Mensch auf Erden bin der das durchmacht.
Selbst mein Mann und meine Kinder können mich nicht trösten
weil ich das Gefühl habe selbst Kind zu sein
auch wenn ich weiß das wir uns in der Ewigkeit wieder sehen
aber im Moment kann ich damit nicht umgehen

Traurige Grüße
Autor RE: ich bin erwachsen und die trauer dauert so lange...
engelchen
Mitglied

Beiträge: 21
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Mitglied seit: 10.01.07
verfasst am 03.06.2008 20:05
Liebe Niramelian,

ich empfinde aus tiefstem Herzen mit Dir. Die Gefühle die Dich durchziehen kann ich gut nachempfinden. Meine Mutter verstarb vor drei Jahren und auch ich mußte erst lernen "weiterzuleben"! Schmerz und Trauer überwältigen einen, man mag sich in sich selbst zurückziehen und vieles mehr. Dies alles sind nachvollziehbare Gefühle. Gib Dir bitte Zeit und Raum mit Deiner Trauer leben zu lernen. Deine Mutter ist erst vor so kurzer Zeit heimgegangen - lass dir und nimm Dir vor allem Zeit für Deine Trauer.

Ich denk an Dich und wünsche Dir von Herzen dass Du die Nähe und die Hilfe Gottes erleben und spüren kannst.

Mir persönlich hat dieser Kreis hier sehr geholfen und hilft mir auch jetzt noch wenn mich die "Trauerwelle" mal wieder überrollen will! Sei herzlich willkommen hier im Kreis.


Mit lieben Grüßen
Engelchen
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dheilpraxis 26 Mai : 17:47
wer weiß Rat, habe bisher nur mit trauernden Kindern gearbeitet

dheilpraxis 26 Mai : 17:46
ich soll morgen eine Elterngruppe zum Thema Trauer leiten.

Rainbow 02 Feb : 15:18
Machmal verlangt das Leben von uns, dass wir Dinge wegstecken, für die wir eigentlich gar keine Taschen haben. (Verf. mir nicht bekannt)

Rainbow 26 Dez : 23:21
Schick mir keinen Engel der mich über die Schwelle trägt aber einen der in dunkler Stunde noch flüstert Fürchte dich nicht ( Elisabeth Bernet)

Rainbow 26 Dez : 23:20
Schick mir keinen Engel der alle Dunkelheit bannt aber einen der mir ein Licht anzündet Schick mir keinen Engel der alle Antworten kennt aber einen der mit mir die Fragen aushält Schick mir keinen Eng

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