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Trauerkreis | Forum für Trauernde | Trauernde (Ehe-)Partner
Autor Mein Freund is einfach nicht mehr da :-(
Blondie
Mitglied

Beiträge: 1
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 01.07.10
verfasst am 02.07.2010 10:17
Hallo.. ich (21) bin neu hier, leider aus dem selben Schicksal wie die meisten hier.. :-(
Ich habe meinen Freund verloren.. er ist von heute auf morgen an einer Hirnblutung gestorben.. und das erst mit 23 Jahren :-(

Mein Freund hatte, seit dem er 3 Jahre alt war, eine sehr seltene Blutkrankheit, wenn diese ausgebrochen ist, waren seine Thrombozyten sehr, sehr niedrig, das heißt die Blutgerinnung hat so gut wie nicht stattgefunden (also so wie bei einem Bluter..).
Am 1. Juni war er wieder so weit, an seinem Körper waren viele Blutflecke und sehr große blaue Flecken zu sehen.. (das waren immer die Anzeichen, wie wir es immer erkannt haben.) Er ist direkt zum Arzt und hat sich Blutabnehmen lassen.. er hatte einen wert von 4000 TSD.. (ein normaler Mensch hat 150 TSD - 360 TSD).. er hat sofort Cortison bekommen, so wurde es immer behandelt.. und dann ist er wieder zum Arzt um nochmals Blutabzunehmen.. diesmal rief die Hausärztin abends um zehn an, dass seine Blutwerte auf 2000 TSD gesunken sind, und das er am nächsten Tag ins Krankenhaus soll.. das Cortison hat also nicht angeschlagen.. das gab es noch nie.. stattdessen sind die werte weiter gesunken..
Von dem Tag an ist er die gesamte Woche immer ins Krankenhaus gegangen und hat Infusionen (Imuglubin) bekommen.. mittlerweile war der wert auf 0 ...
Und die Ärzte haben ihn immer und immer wieder nach Hause geschickt..

Am Donnerstag davor sind wir noch mit seiner GESAMTEN Familie bei ihm im Hof gesessen.. das gab es wirklich fast nur an Weihnachten, aber diesesmal waren seine geschwister un seine omas da. da sind wir noch schön zusammen gesessen...
Am Samstag war mein Freund noch nur mit mir allein Essen.. (sowas hat er sonst auch nie gemacht, weil er immer gesagt hatte, das sei Geldverschwendung weil man daheim essen kann und ohne einen bestimmten Anlass schon gar nich..) Aber an diesem Tag waren wir noch Essen...
Un am Sonntag sind wir noch komplett mit meiner Familie dagesessen und haben Pizza bestellt.. das war auch noch ein sehr schöner Tag.
und abends haben wir dann das erste WM Spiel von Deutschland angeschaut.. mit unseren engsten Freunde..
Deutschland gewann 4:0 und sin dann mim Autokorso rumgefahren und haben zwei Orte weiter noch ein wenig gefeiert.
Als wir heim kamen gings ihm super, er war richtig fit, keine Auffälligkeiten..

Dann am 14.Juni 2010.. morgens um halb sieben hat er mich geweckt (er hatte hier schon kein Wort mit mir gesprochen..), er is irgendwie über mir gehangen.. er sah wirklich sehr schlecht aus.. er sah aus, als würde er sich übergeben müssen..
ich habe ihn dann hingesetzt un hab ihm ne schüssel geholt, die hatte er noch weggeschmissen und sich ein Eimer hergezogen.. da hatte ich gesehen, dass er sich in der Nacht schon einmal übergeben hatte.. ich dachte an nichts schlimmes, da sowas auch in den Nebenwirkungen vom Cortison stand.. dann sind wir ne kurze weile dagesessen.. er hat sich dann ins bett geschmissen un fing an seine augen zu verdrehen.. und dann hat er angefangen richtige Krampfanfälle bekommen.. ich hab direkt sein Vater geholt.. der hatte gmeint, das sofort der Notarzt kommen soll. Dann fing er auch noch an aus der Nase zu bluten..
Der Notarzt kam und hat direkt gesagt, Verdacht auf Hirnblutung.. er is dann mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik gekommen.. Notoperatiion..
Als wir in die Klinik kamen, war er bereits Hirntod... die Ärzte konnten nichts mehr für ihn tun..

Ich bin soo endlos traurig, dass ich den tollsten Menschen verloren habe, den ich gekannt habe.. Er war wirklich meine große Liebe.. wir waren fast 3 1/2 Jahre zusammen und wollten dieses Jahr richtig ausziehen.. ich wollte mein restliches Leben mit ihm verbringen.. und jetzt? Jetzt ist er einfach nicht mehr da..
Ich versuche irgendwie weiter zu machen, ich habe auch super tolle Freunde und meine und seine Familie.. wir helfen uns schon gegenseitig, aber es tut so verdammt weh.
Er hat niemals was schlimmes getan oder hatte was böses im Sinn, ich hab ihn niemals schlecht drauf gesehen und er war derjenige, der auf einiges verzichtet hatte um mehr in seine Riesterrente einzuzahlen (den höchstsatz von monatlich 170€)...

Meint ihr, er hat etwas geahnt und hatte sich sozusagen noch irgendwie von allen verabschiedet? Ich versteh es nich, wieso hat der Arzt ihn heim gehen lassen? Wieso muss ihm sowas passieren? Er war doch wirklich erst 23 Jahre :-(

Ich bin wirklich seeehr verzweifelt.. ich vermisse ihn so sehr :-(
Wie soll mein Leben denn ohne ihn weiter gehen? ich sehe momentan nich wirklich einen Sinn.. :-(
Autor RE: Mein Freund is einfach nicht mehr da :-(
Sonnenschein
Mitglied

Beiträge: 15
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 07.08.08
verfasst am 05.07.2010 08:08
Liebe Blondie,

zunächst möchte ich dich Willkommen heißen hier und wünsche dir, dass du hier liebe Menschen triffst, die dir ein bisschen Trost und Hilfe geben können.

Dass du deinen noch so jungen Freund abgeben musstest, ist sicher schwer. Auch nach dem Warum zu fragen, ist ganz menschlich.
Leider werden wir hier auf der Erde nicht auf alle Fragen eine Antwort bekommen.

Ihr durftet eine Zeit gemeinsam erleben. Ich wünsche dir, dass diese Erinnerungen stärker sind als die Traurigkeit, dass die Trauer nach und nach ein bisschen verblasst, dass du mit Liebe und mit Mut deinen Weg weitergehen kannst.
Der Himmlische Vater wird dir dabei helfen, da bin ich ganz sicher.

Du schreibst, dass du liebe Menschen um dich herum hast, die dich begleiten.
Schau einfach für dich - ganz in Ruhe - ob das ausreichend ist. Wenn du meinst, dass dir weitere Hilfe gut tut, schau über die NAK (wo kommst du denn her?) oder über Einrichtungen von anderen Kirchen, Krankenhäusern o. ä., dort gibt es oft gute, professionelle Trauerbegleitung. Niemand kann dir deine Trauer nehmen, aber dich ein Stück begleiten, damit sie ein wenig leichter zu tragen ist.

Wünsche dir dazu alles Liebe!
Sandra


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Wenn du traurig bist, schau in dein Herz,
und du wirst erkennen, dass du weinst um das,
was dir Freude bereitet hat.
Autor RE: Mein Freund is einfach nicht mehr da :-(
JohnnyRieger
Mitglied



Beiträge: 1
Ort/Wohnort: Langenau
Mitglied seit: 13.08.10
verfasst am 13.08.2010 04:35
Hallo Blondie,

Mit bestürzen habe ich Deinen Beitrag gelesen denn ich habe mein Engelchen am 22.12.2009 im Alter von 32 Jahren an einer schweren Blutkrankheit wo auch die Thrombozythen in den Keller gehen und das Cortison nicht gewirkt hat.

Die restlichen Symptome und auch der Ablauf sind genauso wie bei Deinem Freund nur das mein Engelchen zwei Wochen in der Klinik lag und sogar an die dialyse zur Blutwäsche musste.

Bei uns heußt die Krankheit TTP (Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura) und kaum einer der Ärzte kennt diese Krankheit.

Bei mir ist es nun 8 Monate her und auch ich stelle mir sehr oft noch die Frage wieso, weshalb warum gerade sie, sie war doch ein Engel auf Erden.

Ich habe bis heute keine Antwort darauf gefunden, das einzige was mir hilft ist der Gedanke dass sie es so wie sie war nicht verdient hat mit dieser Krankheit weiterleben zu müssen.

Das hört sich vielleicht etwas komisch an, doch es hilft ungemein bei der eigenen Verarbeitung der Trauer.

Ich vermisse sie sooo wansinnig stark und ich möchte ihr noch so viel sagen und sie unbedingt in den Arm nehmen, glaube mir, das ist alles eine mehr als schwere Angelegenheit und hier hilft nur eins, der Glaube daran dass es für den verstorbenen Partner das Beste war, wir können damit Leben, doch es ist unheimlich schwer, aber man lernt damit mit der Zeit umzugehen.

Die Worte die Trauerarbeit dauert ein Jahr oder ähnliches kannst Du vergessen das ist dummes gerede. Die Trauerarbeit ist nie vorbei aber Du lernst damit umzugehen und der Alltag nimmt wieder seinen Lauf, glaube mir ich reder aus Erfahrung und merke das gerade selber dass es wirklich von Woche zu Woche besser wird damit klar zu kommen, klar habe ich auch noch Zeiten da würde ich Ihr gerne folgen wollen und die Tränen laufen und die Nerven sind am Ende.

Ich habe mir mein Engelchen ganz nah an mein Herz geholt indem ich mir ein Portrait auf die Linke Brust habe machen lassen, das hilft mir unheimlich weiter denn nun habe ich sie immer dabei und kann sie nicht mehr vergessen was meine größte Befürchtung war.

Vielleicht hilf Dir das auch weiter, denke mal darüber nach.

Wir haben auch eine Selbsthilfegruppe gegründet für die Krankheit TTP und dort sind bereits 8 Leute davon ein Ehepaar das auch Ihre Tochter verloren hat mit 25 Jahren.

Schau einfach mal bei uns rein und wenn Du Hilfe brauchst, dann melde Dich über die E-Mailadresse oder die Mobilnummer, da kommst Du bei mir raus.

www.shg.mttps.de

Ich wünsche Dir viel Kraft das alles durchstehen zu können und drücke Dich ganz toll.

LG
Johnny



LG
Johnny Rieger
http://www.shg.mttps.de
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giggi 01 Sep : 07:23
Ich wünsche Euch Trost und Kraft

Madeleine 31 Aug : 20:43
Veele, nehme Dich mal in den Arm. Du darfst Dich gerne melden

Sonnenschein 31 Aug : 14:30
Allen Trauernden viel Trost und Kraft - und liebevolle Menschen an eurer Seite!

hope 31 Aug : 13:58
Unserer kleinen Nele schicke ich einen lieben Geburtstagsgruß in die Ewigkeit! Wir haben Dich lieb!

veele 30 Aug : 17:42
brauche mal wieder euren zuspruch bez.hilfe ich verkrieche mich mal wieder im haus haus und kriege nichts auf die reihe

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