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Suizid des Besten Freundes |
Keks
Mitglied
Beiträge: 2
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 24.05.10 |
| verfasst am 24.05.2010 13:16 |
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Mein bester Freund hat sich mit erst 16 Jahren das Leben genommen.
Sein Leben war von Despressionen bestimmt und er hat nur schlechte Erfahrungen in seinem Leben machen müssen.
Er hat seinen Eltern, seiner Oma, meinen besten Freundinnen und mir je einen Abschiedsbrief hinterlassen.
Wie soll man damit leben können? Wann fängt es an, dass man mit dem Schmerz leben kann? Wann kann man nachts endlich wieder richtig schlafen? Wann hört man auf sich Vorwürfe zu machen?
Jedes Mal im Gottesdienst fühle ich ihn so nah, als ob er neben mir säße. Ich kann ihn dann sogar riechen und er ist so real und doch unerreichbar.
Ich habe viele Gefühle in mir, von Trauer über Wut bis hin zu Verzweiflung.
Er war in psychologischer Behandlung und hat mal zu mir gesagt, nachdem er mir gebeichtet hat, dass er sich in eine meiner Freundinnen verliebt hat, dass er manchmal das Gefühl hat in den Wald zu gehen und sich eine Tüte über den Kopf zu ziehen. Ich habe ihm erklärt, dass ich das weitergeben muss und er das nicht noch einmal sagen darf. Einige Tage später hat er mir gesagt, dass er bei seiner Psychologin war und es ihm besser ginge, dass er das nicht mehr denkt. Ich wusste es nicht besser, er hat mich eine Lüge glauben lassen oder hätte ich es wissen müssen? Ich denke mir die ganze Zeit, dass ein Gotteskind einen anderen Spürsinn hat und ich hätte irgendetwas tun müssen.
Er hat sein Vorhaben im Internet angekündigt und gesagt, dass wir uns ein Beispiel nehmen sollen, andere mit Respekt zu behandeln und gegen Intrigen zu arbeiten. Als ich das las, da habe ich die Polzei angerufen, denn er war nicht mehr zu Hause....
Nach 24Stunden des Suchens hat ihn ein Suchtrupp tot im Wald mit einer Tüte gefunden. Dieses Bewusstsein lähmt mich. Er hatte es genauso getan, ich wusste es und dachte doch es gehe ihm besser....
Nun ist es knapp drei Wochen her und es tut immer noch so weh. Als würde sich die Welt ohne mich weiterdrehen, ich weiß nicht, was ich machen soll, damit es aufhört so weh zu tun. Damit ich damit klar komme, was in dem Brief stand....er war so jung...
In jedem Menschen ist etwas Kostbares,
das in keinem anderen ist.
(Martin Buber) |
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| Autor |
RE: Tod durch Suizid |
Steinmueller
Mitglied
Beiträge: 1
Ort/Wohnort: Hürth
Mitglied seit: 29.10.06 |
| verfasst am 25.05.2010 17:21 |
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Liebe Keks,
zuerst möchte ich dir meine tiefempfundene Anteilnahme zum plötzlichen Tod deines besten Freundes aussprechen. Deine Zeilen haben mein Inneres beim Lesen deines Beitrages doch sehr bewegt. Einen Menschen durch Suizid zu verlieren hinterlässt immer unermessliches Leid und eine sehr große Lücke im Leben derer, die zurückbleiben müssen.
Gerne verweise ich dich auf meine Hompage:
www.lebens-trauerbegleitung.de hin.
Dort habe ich einen Artikel über "Suizid" geschrieben. Der Artikel beleuchtet einwenig wie schwer es für die Hinterbliebenen ist, mit einem gewählten Freitod umzugehen. Wenn du möchtest könnten wir telefonisch in Kontakt treten. Meine Telef.-Nr.;02233/923370. Ich würde dir auch in unserer Kirche den "Trauerkreis", der sich monatlich trifft, empfehlen. Es wäre schon ratsam dich einem dieser Trauerbegleiter anzuvertrauen.
Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft für die kommende Zeit.
Fritz Steinmüller |
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| Autor |
RE: Suizid Deines besten Freundes |
Heidi
Mitglied
Beiträge: 104
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 23.05.07 |
| verfasst am 28.05.2010 11:51 |
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Liebe Keks,
sehr dankbar bin ich, daß Du den Weg hier zu uns ins Forum gefunden hast, und ich wünsche Dir, daß Du hier Antworten, Beistand und Begleitung erhalten mögest, nach dem alle Du Dich z. Zt. sehr sehnst.
Was Du erlebt hast, ist ein kritisches Lebensereignis, daß Dich ganz verständlich in den Tiefen Deines Seins erschüttert hat und das Du nach der kurzen Zeit, die vergangen ist, noch gar nicht verabeitet haben kannst.
Dein Freund hat sich in einer sehr prekären Lebenssituation befunden, hat versucht sie mit professioneller Hilfe zu bewältigen. Das war gut so, aber es ist nicht gelungen. Warum? Die Antwort darauf wirst Du hier auf Erden wohl nicht bekommen, aber eines weißt auch Du, Gott hat uns alle lieb. Er hat auch Deinen Freund lieb, der nun in die Welt des Geistes hinübergegangen ist.
Gott, unser himmlischer Vater, hat es so zugelassen, auch aus lauter Liebe zu Deinem Freund. Von den Belastungen seines irdischen Lebens ist er jetzt frei, und ich glaube fest, unser treuer Gott wird ihm gnädig sein, ihm jetzt den Frieden anbieten, nach dem er sich hier auf Erden sicher auch gesehnt hat und der ihm verschlossen geblieben ist. Nicht weil er es so wollte, sondern weil er krank war an Leib und Seele.
Ganz sicher ist es jetzt das Anliegen Deines Freundes, daß Du fähig wirst ihm diesen wunderbaren Frieden zu gönnen. Das er ihn haben darf und Du gleich mit, dafür kannst Du beten, und ich denke, unser treuer Gott wird auch Dir gnädig sein und Ruhe in Dein Herz einziehen lassen.
Zu jeder Zeit kannst Du ja Zwiesprache halten mit Deinem Freund, kannst ihm alles sagen und darfst dann ganz sicher die Atnworten in Dir wahrnehmen und allmählich die tröstliche Zuversicht gewinnen, es ist alles got so, mein Freund ist nun geborgen. Er selbst wird sich sicher wünschen, daß Du nun nach vorne schaust, Dein Leben gestaltest, Denen Dir von Gott vorgesehenen Weg über diese Erde gehst. Er weiß sehr wohl, was Du für ihn getan hast und wie traurig Du jetzt bist, aber bedenke, er hat es nun besser
und er wird Dir wünschen, daß es Dir gut gehen möge.
Behalte ihn lieb, pflege die Erinnerung an das was schön war und gönne ihm nun seinen Frieden. Wenn Du in diese Einstellung, diese Gedanken Dich hineinfinden kannst, wird unser treuer Gott Dich segnen und Du wirst erleben es geht gut weiter.
Für die kommende Zeit wünsche ich Dir ganz viel Kraft.
Sie lieb umarmt und herzlich gegrüßt von Deiner Glaubensschwester Heidi
Ein lieber Gruß in die Ewigkeit |
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| Autor |
RE: Suizid des Besten Freundes |
Keks
Mitglied
Beiträge: 2
Ort/Wohnort:
Mitglied seit: 24.05.10 |
| verfasst am 06.07.2010 13:57 |
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Das ergibt doch alles keine Sinn! Ich bin ein Gotteskind. Ich hätte etwas tun müssen!
In jedem Menschen ist etwas Kostbares,
das in keinem anderen ist.
(Martin Buber) |
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| Autor |
RE: Suizid des Besten Freundes |
Sandrina
Mitglied
Beiträge: 2
Ort/Wohnort: Neustadt
Mitglied seit: 05.08.10 |
| verfasst am 08.08.2010 14:17 |
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Hallo Keks,
auch meine aufrichtige Anteilnahme zum Tode deines Freundes.
Du schreibst, du hättest etwas tun müssen: Du hast doch etwas getan.
Du warst da, du hast ihn gefragt. Er hat dir erzählt, das er so nicht mehr denkt.
Auch als Gotteskind kannst du nicht alles spüren, was andere bewegt. Das kann niemand bis in die Tiefen.
Leider kann man gerade Selbstmordgefährdete, die diesen Entschluß innerlich gefaßt haben, schwer davon abbringen.
Ja, sie strahlen vorher sogar oft eine Ruhe aus, die von außen eine Besserung vermuten läßt. Die Ruhe kommt vom festen Vorsatz.
Du hast die Polizei gerufen, du hast ihn ernst genommen, er war in Therapie.
Mehr kannst du nicht tun.
Du hast dir da keine Vorwürfe zu machen.
Es ist schlimm, es zermürbt dich - das kann ich gut verstehen.
Ich habe vor kurzem auch einen geliebten Menschen durch Suizid verloren. Es ist für uns immer schwer zu begreifen, wie jemand freiwillig aus dem Leben scheiden kann.
Es bleiben so viele Fragen offen.
Aber glaub mir, keiner von uns ist Schuld daran.
Ich bin überzeugt, das Gott nicht richtet, sondern die Not im Herzen sieht und ihn annimmt.
Und wir müssen lernen damit zu leben.
Das wichtigste ist zu erkennen - du bist nicht Schuld.
Ich wünsche dir, das dein Weg dich zu dieser Erkenntnis führt.
Viel Kraft, Sandrina
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