Startseite · Artikel · Diskussions Forum · Chat · Web Links · Registrieren · ImpressumDienstag, Juli 22, 2014
Navigation
Startseite
Artikel
Gedenksteine
In Memoriam
Todesfall - Was tun?
Trauerverse-, -Sprüche
Kondolenzbriefe
Diskussions Forum
Chat
Web Links

Seite empfehlen
Artikel einsenden
Gedenkstein setzen
Nachruf schreiben
Link einsenden

AGB
Datenschutz
Kontakt
Impressum
Artikel-Kategorien
Entschlafenenwesen (13)
Formalitäten in Trauer (2)
Glaubenserlebnisse (14)
In Memoriam (65)
Kondolenzbriefe (1)
Memento (7)
Sterbebegleitung (2)
Tod eines Kindes (11)
Trauerbegleitung (11)
Trost in Trauer (65)
Forum Themen
Neustes Thema
Warum stirbt ein Kind?
tod meiner Ehefrau a...
Unser Kind
Selbstmord meiner Fr...
Freude und Leid
Beliebteste Themen
ich bin erwachsen...
tod meiner Ehefra...
Feiertage
Er ist fort...
Neue Liebe
User Online
Gäste Online: 5
Keine Mitglieder Online

Registrierte Mitglieder: 590
Neustes Mitglied: yrowxfm88
TODESFALL - WAS TUN?
Liebe Trauernde!

Viele Wege und Erledigungen sind von Ihnen oder Ihren Angehörigen trotz des erlittenen Schmerzes und der Trauer bei einem Todesfall zu erledigen. Wir möchten Ihnen Mut machen und hier eine kleine Hilfestellung anbieten, damit Sie nicht von der Vielzahl der zu erledigenden Angelegenheiten "erschlagen" werden.

Falls Sie niemanden haben, der Ihnen diese Dinge abnehmen kann, verzweifeln Sie nicht.

Machen Sie sich eine Aufstellung der für Sie wichtigsten Wege und zu erledigenden Angelegenheiten und arbeiten Sie diese Punkte nacheinander in Ruhe ab. Sie werden feststellen, Sie werden es schaffen, auch wenn früher der/die Verstorbene solche Dinge für Sie erledigt hat!

Gerne sind wir für Ihre Anregungen/Ergänzungsvorschläge dankbar, wie wir diese Seite noch verbessern können.

Wir erheben mit den nachstehenden Ausführungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir jeglich Haftung, der nachstehend gemachten Angaben ablehnen.

Team Trauerkreis


Diese Rubrik wird ständig verbessert und durch neue, wichtige Artikel ergänzt.
Haben Sie Verbesserungsvorschläge, fehlen Punkte, die Ihnen noch wichtig wären? Teilen Sie es uns bitte mit. Danke.


VORWORT


Zu denTabuthemen des menschlichen Lebens gehört neben Krankheit auch der Tod. So ungern wir auch darüber sprechen und denken mögen - irgendwann im Leben muss sich jeder einmal damit auseinandersetzen.

Derjenige, der seine wichtigen Papiere, Urkunden, Versicherungspolicen, Verträge und sonstigen Schriftstücke an besonderer Stelle aufbewahrt hat, erspart seinen Hinterbliebenen viel Aufregung, unnötiges Suchen und starke zusätzliche Belastungen.
Wie wichtig eine solche vorbeugende Ordnung ist, zeigt immer wieder die ständige Praxis.

Sollten Sie (was jedem anzuraten ist) die Unterlagen an einer sicheren Stelle aufbewahren, denken Sie bitte daran diese auch auf dem laufenden Stand zu halten. Die Vertraulichkeit dieser Angaben bleibt gewahrt, wenn Sie die niedergeschriebenen Verhaltensmaßregeln und Dokumente an "sicherer" Stelle aufbeahren und somit der Einsichtnahme Unbefugter wirkungsvoll entziehen. Wo Sie die Niederschriften aufbewahren sollten Sie einer Person ihres Vertrauens mitteilen.

Nicht selten führt Unkenntnis und verständliche Hilflosigkeit dazu, teils aus der Unkenntnis und aus der Situation heraus bedingter Aufregung, dass Ansprüche bzw. zustehende Rechte infolge von versäumten Fristen oder Formfehlern nicht in vollem Umfange, oder gar nicht gewährt werden. Die nachstehenden Ausführungen sollen Ihnen dabei helfen, ein wenig Orientierung und Hilfe zu geben.





INHALT:


01. Wer muss sich um die Bestattung kümmern?
02. Was ist bei einem Todesfall zu Hause zu beachten?
03. Ist Ihr Angehöriger im Krankenhaus gestorben - was tun?
04. Andere Todesumstände - was tun?

4.1. Obduktion
4.2. Fehlgeburten
05. Kosten der Bestattung
5.1. Wer muss die Kosten der Bestattung bezahlen?
5.2. Welche Kosten übernimmt das Sozialamt?
06. Bestattungsunternehmen
6.1. Welche Dokumente benötigt das Bestattungsunternehmen?
6.2. Preisvergleiche - Bestattungsunternehmen?
6.3. Welche Angelegenheiten regelt der Bestatter für Sie?
6.4. Kaffeetrinken nach der Trauerfeierlichkeit
07. Welche Art von Grab wird gewünscht?
7.1 Urnengrab
7.2 Reihenurnengrab (in Arbeit)
7.3 Erdbestattung /Erdgrab
7.4 Anonymes Gemeinschaftsgrab (in Arbeit)
7.5 Beisetzung in bestehendem Grab (in Arbeit)
7.6 Familiengrab (in Arbeit)
7.7 Seebestattung (in Arbeit)
08. Kirchliche Trauerfeier
8.1 Gemeindevorsteher / Pfarrer informieren
8.2 Lebensbeschreibung
8.3 Trauerspruch
8.4 Ökumenische Trauerfeiern
09. Trauerfeiern und Kosten
10. Sterbeurkunde
11. Was ist bei einem Unfalltod zu beachten
12. Arbeitgeber und Todesfall - Berufsgenossenschaften

13. Arbeitgeber
14. Internetanschluss, Gebühreneinzugszentrale etc.
15. Testament

15.1 Erbschein
15.2 Erbfolge
15.3 Wer erbt zuerst?
15.4 Steuer-Freibeträge
15.5 Schwarzgeld geerbt?
15.6 Geld im Ausland geerbt?
15.7. Spenden
16. Lebensversicherungen - Sterbegeldversicherungen
17. Krankenversicherung - Kranken-Zusatzversicherungen
18. Die gesetzliche Rentenversicherung

18.1. Kinder und Rente
19. Betriebliche Zusatzversicherung
20. Banken - Sparkassen - Geldanlagen - Depots
21. Telefon/Handyvertrag
22. Sachversicherungsverträge
23. Betriebliche Versicherungen
24. Bausparverträge
25. Prämiensparen / Sparpläne / Sparratenverträge
26. Kredite /Hypotheken / Sonstige Verbindlichkeiten
27. Schließfächer bei Banken
28. Vermögenswerte (Schmuck/Teppiche etc.)
29. Bei Selbständig gewesenen Verstorbenen
30. Organspende
31. Patientenverfügung - Vorsorgevollmacht

31.1. Verfügungszentralregister (wichtig!)
32. Todeserklärung für Verschollene
33. Danksagung
34. Mietwohnung

34.1 Mietwohnung - was geschieht nach dem Tod des Ehe-/Lebenspartners? (in Arbeit)
35. Friedhöfe - Grabpflege





1. WER MUSS SICH EIGENTLICH UM DIE BESTATTUNG KÜMMERN?


Für die bestattungspflichtigen Personen legt das Bestattungsgesetz folgende Rangfolge fest:

1. der Ehegatte oder Lebenspartner,
2. die volljährigen Kinder,
3. die Eltern,
4. die volljährigen Geschwister,
5. die volljährigen Enkelkinder,
6. die Großeltern.

Wenn die Angehörigen oder Dritte nicht oder nicht rechtzeitig für die Bestattung sorgen, wird die örtliche Ordnungsbehörde die Bestattung veranlassen.

nach oben




2. WAS IST BEI EINEM TODESFALL ZU HAUSE ZU BEACHTEN

Benachrichtigen Sie bitte sofort einen Arzt. Sollte der Hausarzt nicht erreichbar sein, kann man auch nachts, an Feiertagen oder Wochenenden den Notruf der Feuerwehr 112 anwählen. Wenn der dann alarmierte Arzt die Todesursache festgestellt hat, ist er verpflichtet eine Todesbescheinigung auszustellen (wird beim Standesamt bei Meldung des Sterbefalles benötigt). Bitte halten Sie dazu den Personalausweis des Verstorbenen bereit, falls der Arzt den Verstorbenen nicht selbst gekannt hat.

Laut Gesetz darf der Angehörige i.d. R. bis zu 36 Stunden in seinem persönlichen Umfeld bleiben. Immer mehr Menschen vermeiden es, den Heimgegangenen noch einmal zu sehen oder ihn gar zu berühren. Warum? Berühren Sie die Hand, streicheln Sie sein/ihr Gesicht liebevoll. Diese stillen Gesten können den Abschied erleichtern.

Bevor Sie ein Bestattungsunternehmen mit der Überführung beauftragen, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie ggf. noch von dem Heimgegangenen in der Stille Ihrer Räumlichkeiten längeren Abschied nehmen möchten?

nach oben





3. IST IHR ANGEHÖRIGER IN EINEM KRANKENHAUS VERSTORBEN?

Wenn Ihr Angehöriger in einem Krankenhaus gestorben ist stellt ein dort angestellter Arzt den Todesschein aus. Ebenso in Alten- und Pflegeheimen wird der Arzt gerufen, der den Verstorbenen persönlich gekannt hat.
Bitte bedenken Sie, dass man an Wochenenden in vielen Kliniken nicht viel erledigen kann und man erst am nächsten Werktag aktiv werden kann.
Auch hier können Sie ggf. Abschied nehmen. Bitten Sie das Personal (falls nicht schon vorher geschehen) Ihnen einen separaten Raum zur Verfügung zu stellen.

nach oben



4. ANDERE TODESUMSTÄNDE

Sollte der Verstorbene eines nicht natürlichen Todes gestorben sein, oder die Todesursache nicht zu klären ist, wird die Poizei eingeschaltet. Die Polizei ermittelt und wird alles Weitere veranlassen.

4.1. OBDUKTION

Tote dürfen, wenn sie zu Lebzeiten selbst, ihre gesetzliche Vertretung oder eine bevollmächtigte Person schriftlich eingewilligt haben, nach Ausstellung der Todesbescheinigung zur Klärung der Todesursache, zur Überprüfung der Diagnose oder Therapie oder sonstigen wissenschaftlichen Zweck obduziert werden.

Die Obduktion umfasst auch die Entnahme von Organen und Gewebeteilen sowie deren Aufbewahrung. Die Einwilligung kann nach Aufklärung auch mit einer vorformulierten Erklärung erteilt werden. Die Krankenhausträger sind verpflichtet, anlässlich des Abschlusses eines Aufnahmevertrages nach der Einstellung zu einer Obduktion zu fragen.

Liegt weder eine schriftliche Einwilligung noch ein schriftlicher Widerspruch der Verstorbenen vor, finden in § 3 Abs. 3 und § 4 des Transplantationsgesetzes vom 5. November 1997 (BGBl. I S. 2631) sinngemäß Anwendung.

Stellt der/die obduzierende Ärztin/Arzt abweichend von der Todesbescheinigung Anhaltspunkte für einen nicht natürlichenTod fest (Selbsttötung, Unfall, Einwirkung Dritter) sind sie verpflichtet unverzüglich die Polizeibehörde zu unterrichten. Veränderungen am Toten noch an der Umgebung dürfen nicht vorgenommen werden.

nach oben


4.2. TOT- UND FEHLGEBURTEN

Ein Thema das oft unsensibel behandelt wurde. Leibliche Mütter und Väter leiden beim Tod eines Totgeborenen oder bei einer Fehlgeburt oder bei einem Schwangerschaftsabbruch ganz immensen seelischen Schmerz. Oft entsteht der Wunsch, die Leibesfrucht auf einem Friedhof würdevoll zu bestatten um einen Ort der Trauer zu haben. Die Möglichkeit ist auf jeden Fall gegeben. Sprechen Sie Ihren Bestatter oder das Friedhofsamt Ihrer Stadt an.

Ist die Geburt in einer Einrichtung (Krankenhaus etc.) erfolgt, hat der Träger sicherzustellen, dass jedenfalls ein Elternteil auf diese Bestattungsmöglichkeit (Beisetzung auf dem Friedhof) hingewiesen wird. Liegt keine Erklärung der Eltern zur Bestattung vor, sind Tot- oder Fehlgeburten von den Einrichtungen unter würdigen Bedingungen zu sammeln und zu bestatten. Die Kosten hierfür trägt der Träger der Einrichtung.


BESTATTUNG VON TOT- UND FEHLGEBURTEN-KINDERN

In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wird im Bestattungsgesetz geregelt, wie die Bestattung von Tot- und Ungeborenen vorgenommen werden kann. In Nordrhein-Westfalen gilt, dass Tot- und Fehlgeburten sowie die aus einem Schwangerschaftsabbruch stammende Leibesfrucht auf einem Friedhof bestattet werden kann, wenn ein Elternteil dies wünscht.

In Niedersachsen gilt Gleiches mit der Einschränkung, dass die Leibesfrucht ein Mindestgewicht von 500 Gramm aufweisen muss. Ist die Geburt oder der Schwangerschaftsabbruch in einer Einrichtung erfolgt, hat deren Träger sicherzustellen, dass jedenfalls ein Elternteil auf diese Bestattungsmöglichkeit hingewiesen wird. Liegt keine Erklärung der Eltern zur Bestattung vor, sind Tot- und Fehlgeburten-Kinder von den Einrichtungen unter würdigen Bedingungen zu bestatten. Die Kosten hierfür trägt der Träger der Einrichtung.

Um eine einheitliche Vorgehensweise in unserer Gebietskirche zu gewährleisten, wird in NRW folgende Festlegung treffen:
Für Tot- oder Fehlgeburten-Kinder sowie die aus einem Schwangerschaftsabbruch stammende Leibesfrucht kann, wenn ein Elternteil oder die Eltern es wünschen, eine Trauerfeier im kleinen Kreis stattfinden. Ob und wie eine Bestattung –unter Berücksichtigung der jeweiligen landesrechtlichen Regelungen –vorgenommen wird, liegt im Ermessen der Eltern.

Es wird den Geistlichen der NAK empfohlen, die Seelen der Kinder der göttlichen Gnade anzuvertrauen und das Vertrauen der Eltern zu stärken, dass die Worte des Gottessohnes, „Lasst die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht“ (vgl. Markus 10,14) auch für ihr Kind gelten.

Da es sich in jedem Fall um ungetaufte Kinder handelt, ist es wichtig, bei der Trauerfeier auf die Möglichkeit der Spendung der Sakramente der Heiligen Wassertaufe und der Heiligen Versiegelung sowie des Heiligen Abendmahls anlässlich des kommenden Entschlafenengottesdienstes hinzuweisen. Wichtig ist, dass diesem Hinweis ernste Gebete folgen, die Seele des verstorbenen Kindes zum Altar Gottes zu führen. Die Trauerfeier kann nach Wunsch der Eltern auch direkt am Grab stattfinden.

Es sollte kein Unterschied gemacht werden zwischen der Trauerfeier und der Bestattung eines ungeborenen und eines totgeborenen Kindes.
Den Wünschen der Eltern bezüglich der Trauerfeier und Bestattung ist weitmöglichst Rechnung zu tragen. Den Eltern und Angehörigen gilt dabei ein besonderer Trostzuspruch. Durch aktives Zuhören und gemeinsames Beten kann viel von der Trauer, auch von eventuellen Vorwürfen aufgefangen werden.

nach oben


5. KOSTEN DER BESTATTUNG

Die Kosten für eine Bestattung untergliedern sich je nach persönlichen Wünschen in folgende Positionen:

öffentliche Gebühren (z. B. Friedhofsgebühren, Krematoriumsgebühren etc.)
private Kosten (Garderobe, Bewirtung der Gäste nach der Bestattung, Trauerbriefe etc.)
Kosten für den Bestattungsunternehmer (Erledigung der Formalitäten - sofern diese nicht selbst getätigt werden -, Waschen, Einkleiden und Überführen des/der Verstorbenen, Kosten für den Sarg etc.)
Folgekosten (Grabpflege, Wartung und eventuelle Instandhaltung des Grabmales etc.).

Grundsätzlich sind die Kosten für eine Bestattung vom Umfang der eigenen, individuellen Wünsche abhängig. Ob ein Bestatter beauftragt wird oder nicht, ob ein teurer Sarg gewählt wird oder eine günstige Variante, ob das Nutzungsrecht an einer Familiengrabstätte oder an einer Reihengrabstätte erworben wird: diese Entscheidungen haben Einfluss auf die Gesamtkosten einer Bestattung.

Während die Preise für die Dienstleistungen von Bestattern sehr unterschiedlich ausfallen können, gibt es bezüglich der Friedhofsgebühren bei der zuständigen Stadtverwaltung eine Friedhofsgebührensatzung, die die Gebühren für einzelne Leistungen auf den Friedhöfen festlegt.

nach oben


5.1. WER MUSS DIE KOSTEN DER BESTATTUNG BEZAHLEN?

Zunächst muss/müssen der Erbe/die Erben die Kosten aus dem Nachlass des Verstorbenen bezahlen. Hat ein Totenfürsorgeberechtigter (z.B. Betreuer) die Kosten bezahlt, kann er sie von den Erben zurückfordern. Ist der Erbe nicht solvent müssen die Angehörigen (Ehefrau; Kinder usw.) für die Kosten eintreten.

In der gängigen Praxis werden die Kosten zunächst durch die Stadtgemeinde übernommen, die sich dann jedoch wieder, zwecks Kostenübernahme, an die Angehörigen wendet. Sind die Angehörigen nicht in der Lage die Kosten zu bezahlen, bzw. reicht das hinterlassene Erbe nicht zur Kostendeckung aus, haben die Angehörigen ein Recht darauf, dass diese Kosten vom Sozialhilfeträger übernommen werden.

nach oben


5.2. Welche Kosten übernimmt das Sozialamt?

Der Sozialhilfeträger muss aber nur die Kosten einer ortsüblichen Bestattung bezahlen. Hierzu zählen:

Leichenbeschau, Leichenbeförderung, Leichengebühren, Waschen, Kleiden und Einsargen der Leiche, Sargträger, Totengräber, Erwerb des Grabplatzes, einfaches Grabkreuz, Benutzung des Leichenhauses, Sarg bzw. Urne, Grabeinfassung, Erstbepflanzung des Grabes, ortsüblicher Grabschmuck und Verständigung der nächsten Angehörigen.

nach oben



6. BESTATTUNGSUNTERNEHMEN

Bei der Wahl eines Bestattungsinstitutes sind Sie nicht an Ihren Wohn-, Sterbe- oder Bestattungsort gebunden. Bestattungsunternehmen dürfen überall tätig werden. Sie werden in einem Bestattungshaus oder zu Hause beraten.

Vorsicht ist geraten bei sogenannten Billigbestattern. Oft verbergen sich hinter einem preiswerten Angebot noch Zusatzkosten, die nicht aufgeführt wurden und im Endeffekt die vorgegebenen Kosten erheblich erhöhen. Auch ist der Service bei einer Billigbestattung häufig stark eingeschränkt.

Momentan sind wir in Verhandlung mit bundesweit tätigen Bestattern und haben bereits einen Gruppen-Rabatt ausgehandelt. Bitte fragen Sie per E-Mail an. Wir nennen Ihnen gerne einen Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

BESTATTER SIND FREI WÄHLBAR
Sollte ein Todesfall eintreten können die Angehörigen den Bestatter frei wählen. Nicht selten rufen Krankenhaus, Alten- oder Pflegeeinrichtung einen Bestatter an, um ihn mit der Abholung des Leichnams zu beauftragen. Angehörige werden dazu oftmals nicht vorher befragt und beauftragen den Bestatter anschließend auch durch Unkenntnis gleich mit der Durchführung der weiteren Bestattung.

nach oben

6.1. Welche Dokumente benötigt das Bestattungsunternehmen?

Folgende Dokumente des Verstorbenen sollten Sie für den Bestatter bereithalten:
-Familienstammbuch
-Personalausweis
-Heiratsurkunde/Familienbuch (bei Geschiedenen mit Scheidungsvermerk) oder -
Scheidungsurteil (mit Rechtkraftvermerk)
-Todesbescheinigung
-Geburtsurkunde (bei Ledigen)
-Sterbeurkunde des Ehepartners, falls dieser bereits verstorben ist
-Rentenanpassungsmitteilung (letzter, aktueller Stand)
-Mitgliedskarte der Krankenkasse (Versichertenkarte)
-Versicherungspolicen (Lebens- bzw. Sterbeversicherungen)
-Grabdokumente (Urkunde über das Nutzungsrecht an einer vorhanden Familien-
oder Wahlgrabstätte)

nach oben


6.2. Preisvergleich - Bestattungsunternehmen?

Am Besten führt man schon rechtzeitig einen Preis- und Leistungsvergleich bei verschiedenen Bestattungsunternehmen durch, auch wenn dieser Weg makaber erscheint. Schließlich geht es hier um nicht unerhebliche Preisunterschiede die zu Lasten der Angehörigen gehen wenn ein zu teurer Bestatter gewählt wurde.

Suchen Sie sich ein Bestattungsunternehmen (auch wenn man meint die Kraft nicht dazu zu haben, sollten Sie oder eine vertraute Person die Preise der örtlichen Bestattungsunternehmen vergleichen, da es oft erhebliche Preis- und Leistungsunterschiede gibt) aus und stimmen Sie dort die weitere Vorgehensweise ab. Nehmen Sie am Besten eine Begleitung Ihres Vertrauens mit, da man in den Entscheidungsfragen oft überfordert ist. Hier hilft ein neutraler Begleiter.

nach oben


6.3. Welche Dinge regelt der Bestatter im Allgemeinen für Sie?

Das Bestattungsunternehmen regelt viele Dinge für Sie:

-Meldung des Todesfalles an das Standesamt in dessen Bereich der Tod eingetreten
ist (Familienstammbuch bzw. Geburtsurkunde, Sterbeurkunde erforderlich)
-Informieren der Krankenkasse (Versichertenausweis bereithalten)
-Beratung über Druck und Versand von Trauerbriefen
-Aufgabe einer Traueranzeige in der örtlichen Zeitung
(manche Bestatter verwenden ein veraltetes Kreuz-Symbol unserer Kirche für die
Traueranzeige und/oder Beileids-Drucksachen. Ihr Gemeindevorsteher übermittelt
dem Bestatter gerne das aktuelle Kreuz-Logo mit der aufgehenden Sonne)
-Abstimmung der Trauerfeier mit der zuständigen Kirchengemeinde
-Blumen- und/oder Kranzgebinde (Dekoration)
-möchten Sie ein Bild des/der Verstorbenen vor dem Sarg aufstellen?
-Einreichung der Sterbeurkunde bei den Personen-Versicherungsunternehmen
-Aussuchen/Vorschlag eines geeigneten Lokales, falls die Gäste nach der Trauerfeier
bewirtet werden sollen (Anzahl der voraussichtlich zu bewirtenden Personen - planen Sie ein, dass ca. 10-20 % der geladenen Gäste nicht teilnehmen können).

nach oben

6.4. Kaffeetrinken nach der Trauerfeierlichkeit

Nach dem Begräbnis kam die Trauerversammlung in der Regel bei den trauernden Angehörigen zu einem gemeinsamen Mahl zusammen (Totenmahl oder Leichenschmaus genannt). Das Totenmahl (Leichenschmaus) hatte den Zweck, den Zusammenschluss der Familie und sonstigen Hinterbliebenen (Freunde, Nachbarn, gute Bekannte) zu stärken.

Hieraus wurde das in unserer Region typische "Kaffeetrinken" abgeleitet. Beim Kaffeetrinken ist hohe Sensibilität erforderlich. Ausgelassene Stimmung, Klatsch und Tratsch sind tabu. "Machen Sie sich stets bewußt, warum Sie dort sind". Um des Verstorbenen zu gedenken und die Trauer der nächsten Angehörigen zu respektieren.

Einige Bestatter arbeiten mit bestimmten Bewirtungsunternehmen zusammen und erhalten nicht selten für die Vermittlung Provisionen. Das ist an sich nichts Schlimmes, aber fragen Sie ggf. bei einem gut erreichbaren Gasthof/Restaurant aus Ihrem Umfeld nach und führen einen Preisvergleich durch (das geht i.d.R. telefonisch, kostet nicht viel Zeit - spart aber u.U. erhebliche Kosten).
Die Anzahl der zu bewirtenden Personen muss zuvor bestimmt werden.

nach oben


7. WELCHE ART VON GRAB WIRD GEWÜNSCHT?

Grundsätzliches
Der erklärte oder mutmaßliche Wille des Verstorbenen ist zu berücksichtigen. Bei Meinungsverschiedenheiten unter den Angehörigen ist zunächst i.d.R. nur eine Erdbestattung möglich, sofern ein Gericht nichts anderes entscheidet. Im benachbarten Ausland (z.B. Schweiz) kann die Asche des Verstorbenen auch zu einem Diamanten gepresst werden und anschließend als Schmuckstück getragen werden. Das ist nicht nur eine ziemlich teure Alternative sondern sollte auch aus Pietätsgründen deutlich beleuchtet werden. Auf jeden Fall muss der Verstorbene aber zuvor seine Zustimmung erteilt haben.

nach oben


7.1 URNENGRAB / FEUERBESTATTUNG
Die Trauerfeier zur Feuerbestattung kann entweder in der Trauerhalle des Friedhofs oder für Mitglieder der Neuapostolischen Kirche in einer unserer Kirchen durchgeführt werden. In der trauerhalle des Friedhofs findet sie mit dem Sarg/der Urne, in unserer Kirche in der Regel ohne Sarg und Urne statt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Sprechen Sie mit Ihrem Seelsorger darüber.

nach oben


7.1.3. ERDBESTATTUNGEN
Verstorbene müssen auf einem Friedhof bestattet werden. Die örtliche Ordnungsbehörde kann eine Erdbestattung außerhalb eines Friedhofes mit Zustimmung der unterten Gesundheitsbehörde in besonderen Fällen genehmigen.

nach oben


8. KIRCHLICHE TRAUERFEIER

Trauerfeiern können für Mitglieder der Neuapostolischen Kirche -je nach örtlichen Gegebenheiten- sowohl auf dem Friedhof als auch in einem Kirchengebäude (es empfiehlt sich, falls der Platz reicht, die eigene Gemeinde zu wählen). Bei einem Trauergottesdienst in der Kirche steht nur dann der Sarg / die Urne dort, wenn dies ortsüblich ist. Alles Weitere kann mit dem Gemeindevorsteher geklärt werden.
Die Dauer der Trauerfeier soll in der Kirche 45 Minuten nicht überschreiten.

Die eigentliche Beisetzung auf dem Friedhof nimmt der Dienstleiter im engen Familienkreis vor - wenn möglich, im direkten Anschluss an den Trauergottesdienst.

nach oben


8.1. Gemeindevorsteher / Pfarrer informieren
(Bei Trauerfeierlichkeiten anderer Kirchen fragen Sie bitte Ihren Pfarrer/Pastor)

Geben Sie dem Gemeindeleiter oder Ihrem Seelsorger rechtzeitig Bescheid.
ob es sich um eine Beerdigung oder Feuerbestattung handelt
wann und an welchem Ort sie stattfindet
das die zuständige(n) Gemeinde(n) informiert werden können
der Grabchor / Dirigent / Orgelspieler(in) müssen informiert werden
Besonderheiten geklärt werden können (Blumenschmuck – Kranz etc.)

nach oben


8.2. LEBENSBESCHREIBUNG
Hilfreich für den Seelsorger ist eine kurze Lebensbeschreibung (tabell. Lebenslauf - besondere
Stationen des Lebens des Verstorbenen) in schriftlicher Form. Sie kann die
folgenden Angaben umfassen:

- Angaben zur Person des Heimgegangen
- besondere Stationen in der Kindheit; Jugendzeit (wo aufgewachsen, Verhältnisse)
- Angaben über Lebensgefährten(in) z.B. wann, wo und wie kennengelernt; Hochzeit;
- was schätzten Sie besonders an Ihrem verstorbenen Partner?
- unglückliche bzw. glückliche Stationen des gemeinsamen Lebens
- Kinder (gibt es besondere Erinnerungen?)
- berufliche Stationen im Leben des Verstorbenen -Status
- welche Glaubenseinstellung hatte der Verstorbene
- welche Ehrenämter (Amtsstufen) bekleidete der Verstorbene
- welchen Wert hatte der Glaube für sie/ihn?
- wie war sein/ihr Leben in der Gemeinschaft mit anderen usw.

nach oben

8.3. TRAUERSPRUCH

Auf Wunsch hilft Ihnen Ihr Seelsorger gern bei der Findung eines geeigneten Bibelverses, besonders dann, wenn der Verstorbene dem Geistlichen bekannt war. Auf der Startseite links oben finden Sie eine große Auswahl von christlichen und weltlichen Trauersprüchen.
Auch besondere Trauerverse für Kinder, Mütter, Väter, Leidende usw.

nach oben

8.4. ÖKUMENE UND TRAUERFEIER
Es ist schon immer üblich, dass Nachrufe am Ende der Trauerfeier gesprochen werden können. Auf Wunsch nicht neuapostolischen Hinterbliebenen kann es auch vorkommen, dass ein Geistlicher einer anderen Kirche oder christlichen Gemeinschaft
gebeten wird, noch Worte des Trostes zu übermitteln. Dem sollten wir uns nicht verschließen. Sinngemäß gilt auch hier, dass dies am Ende der Trauerfeier geschieht.
Dies gilt sowohl für Trauerfeiern auf Friedhöfen und in Aussegnungshallen wie auch
für Trauergottesdienste in unseren Kirchengebäuden.

nach oben



9. TRAUERFEIERN - KOSTEN
Trauerfeiern in der Neuapostolischen Kirche werden für Mitglieder unentgeltlich durchgeführt. Ebenso unentgeltlich ist Chorgesang und Orgelspiel. Insofern fallen ggf. die zusätzlichen Kosten für einen vom Bestatter vorgeschlagenen Orgelspieler nicht an.

Trauerfeiern anderer christlichen Gemeinschaften können gleichfalls kostenfrei sein. Unter Umständen wird eine Spende an die Gemeinde gegeben (20,00 bis ca. 150,00 €)


Für die Terminierung der Trauerfeier in unserer (Neuapostolischen) Kirche ist es unerheblich, ob die Verbrennung bereits stattgefunden hat oder nicht.

Besteht seitens der Angehörigen der Wunsch, dass bei der späteren Beisetzung der Urne ein Seelsorger teilnimmt, wird dem nachgekommen. Bei der Beisetzung der Urne wird dann ein Gebet gesprochen.

Mitglieder anderer Kirchen sollten diesen Punkt mit Ihrem Seelsorger besprechen.

SCHWARZE KLEIDUNG WAHRT DIE FORM
Bei der Wahl der Kleidung für eine Trauerfeier empfiehlt sich die Farbe schwarz. Sollte jemand diese Farbe nicht kaufen wollen oder können, sollte zumindest eine dunkle Farbe tragen. Auch Jugendliche und Kinder sollten dem Anlaß entsprechend dunkel gekleidet sein. Ein in grellen Farben gemusterter Regenschirm, bei bedecktem Himmel, ist sicher unpassend. Wichtig ist zu wissen, die Gefühle der Trauernden durch unangemessene Kleidung nicht zusätzlich zu verletzen.


WELCHE MUSIK IST BEI DER BESTATTUNG VORGESEHEN?
In der Regel Orgelmusik oder (Chor)- Gesang. Musikalische Sonderwünsche sollten rechtzeitig vorher mit dem zuständigen Gemeindevorsteher (Pastor)in) geklärt werden. Der seriöse Bestatter klärt auch diesen Punkt für Sie.

nach oben


10. STERBEURKUNDE

Sie benötigen eine größere Anzahl von Sterbeurkunden, einige sind gebührenfrei. Fragen Sie kurz nach, welche kostenfrei sind. Allerdings reicht für verschiedene Institutionen auch eine Kopie.
Eine Sterbeurkunde wird benötigt für die Kirche, das Amtsgericht, die Banken, die Personenversicherungsgesellschaften, Krankenkasse , Rentenversicherung usw.
Fertigen Sie sich ruhig einige Kopien mehr der Sterbeurkunde an, sie werden diese sicher hier und da im Späteren brauchen.

nach oben


11. WAS IST BEI EINEM UNFALLTOD ZU BEACHTEN?

Bei einem Unfalltod ist die schriftliche Benachrichtigung (mind. Einwurfeinschreiben) der Unfall- bzw. Lebensversicherung(en) erforderlich. Die Meldung muss binnen 48 Stunden erfolgen. Geben Sie dabei Unfallart, zeit- und grund an und nennen Sie auch die Polizeidienststelle, die den Unfall aufgenommen hat.

Existieren weitere Unfallversicherungen (die einen Unfalltod beinhalten) bei anderen Versicherungsgesellschaften, beim Arbeitgeber etc.? In der Regel wird die verstorbene Person aus der Unfallversicherung ausgeschlossen, wenn Leistungen beantragt werden. Ansonsten müssen Sie der Unfallversicherung mitteilen, dass der Vertrag entweder ganz augelöst werden soll, oder zumindest die verstorbene Person ausgeschlossen wird. Eine Sterbeurkunde könnte vom Unternehmen angefordert werden.

Vergessen Sie auch nicht die Verkehrsmittel-Unfallversicherung (z.B. bei Bezahlung mit einer Kreditkarte sind oft Unfallversicherungen enthalten...)

Sollte Trunkenheit oder Suizid (Selbstmord) des Versicherten ursächlich für den Tod gewesen sein, können die Leistungen aus der Unfallversicherung verweigert werden. Gegebenenfalls lassen Sie sich durch eine Anwalt beraten.

nach oben


12. ARBEITGEBER UND TODESFALL - BERUFGENOSSENSCHATEN

12.1. BERUFSGENOSSENSCHAFTEN
Alle Arbeitnehmer, Angestellte, Arbeiter und Landwirte sind über ihren Betrieb in der Berufsgenossenschaft unfallversichert. Sollte der Versicherte durch einen Unfall zu Tode kommen, entsteht für die Hinterbliebenen ein Rentenanspruch.

nach oben

12.2.ARBEITSUNFÄLLE MIT TODESFOLGE - UNFALLTOD
Hier muss durch den Arbeitgeber SOFORT die zuständige Berufsgenossenschaft informiert werden. Am sichersten ist die eigene Benachrichtigung per Einschreibebrief.

Ein Anspruch auf Witwen- oder Unfallrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung besteht nach einem Arbeitsunfall nur dann, wenn gerade der Arbeitsunfall den Tod "wesentlich mitverursacht" hat.

Sollten andere Ereignisse (z.B. eine schwerwiegende Vorerkrankung) den Tod mitverursacht haben, wird es schwer sein einen kausalen Zusammenhang zwischen Krankheit und Unfalltod herzustellen. Richten Sie sich dann darauf ein, dass eine Unfallrente m.E. nicht bezahlt wird. In jedem Fall sollte aber ein Fachanwalt für Sozialrecht etc. zu Rate gezogen werden.

nach oben

12.3. UNFALLVERSICHERUNGEN DURCH DEN ARBEITGEBER (siehe auch "Berufsgenossenschaft")
Nicht selten schließen Arbeitgeber auch spezielle Unfallversicherungen für die Mitarbeiter ab, damit sie auf Dienstreisen zusätzlich geschützt sind. Auch kann u.U.eine Betriebsrente oder eine einmalige Geldzahlung durch den Arbeitgeber vereinbart worden sein. Klären Sie diesen Punkt mit der Firma des Verstorbenen ab.

nach oben

12.4. AUSGLEICHSANSPRUCH nach HGB 89b
Selbstständige Handelsvertreter haben einen sogenannten "Ausgleichsanspruch" nach Paragraph 89b des Handelsgesetzbuches (HGB) der nicht nur für den wohlverdienten Ruhestand bestimmt ist, sondern auch im Todesfall des Handelsvertreters greifen kann. Der sogenannte "Ausgleichsanspruch" ist ein Ersatz von Provisionsverlusten, die der Vertreter nach Beendigung seines Vertretervertrages erleidet, aber auch ein Ausgleich von Vorteilen, die das Unternehmen aus erbrachten Vermittlungsleistungen erhält.

Der Ausgleichsanspruch muss rechtzeitig geltend gemacht werden, i.d.R. meistens innerhalb von vier Jahren nach Beendigung des Vertrages durch Tod oder Ausscheiden des Vertreters.

nach oben

12.6. UNFALLTOD BEI EHRENAMTLICHER TÄTIGKEIT FÜR DIE NAK
Ehrenamtliche Mitarbeiter der Neuapostolischen Kirche sind während ihrer Tätigkeit für die Kirche bei Unfall versichert. Das gilt natürlich auch für einen Todesfall während der kirchlichen Tätigkeit bei Unfall. Hier muss die Kirchenverwaltung (Sitz der Verwaltung für NRW ist Dortmund - Telefon: 0231-57700-0) sofort informiert werden.
Im Falle eines Unfalles mit Todesfolge (nur während der ehrenamtlichen Tätigkeit) werden die Angehörigen etwa so gestellt, als sei es bei einem Erwerbstätigen ein Arbeitsunfall gewesen.

nach oben


13. ARBEITGEBER

Mit dem Lohnbüro/Arbeitgeber ist zu klären, ob noch irgendwelche Gehalts- oder Lohnzahlungen ausstehen

- zusätzliche (Witwen-)Renten (Betriebsrente) abklären - evtl. hilft der Betriebsrat
-besteht eine Direktversicherung oder sonstige zusätzliche Todesfallleistungen durch
die Versicherung des Arbeitgebers?
Beim Arbeitgeber des Verstorbenen müssen Sie sämtliche Personalpapiere einschließlich Lohnsteuerkarte und Versicherungsnachweisheft der Rentenversicherung anfordern.

Außerdem fragen Sie nach, ob der Arbeitgeber Beihilfe zu den Bestattungskosten gewährt und ob Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung (Betriebsrente) besteht.


EHRENAMTLICHE TÄTIGKEITEN
Auch bei ehrenamtlichen Tätigkeiten (!) besteht oftmals Versicherungsschutz durch die zuständige Berufsgenossenschaft. Klären SIe auf jeden Fall mit der zuständigen Hauptstelle oder einem berechtigten Vertreter diesen Punkt und fassen nach, ob entsprechende Meldung erfolgt ist.

EHRENAMTLICHE MITARBEIT IN DER NAK
Insbesondere für alle im Auftrage der NAK tätigen Personen (Amtsträger, Kirchenreinigung, Blumenschmuck, Gartenarbeiten etc. besteht ggf. Versicherungsschutz (Rentenzahlungen, Hilfsmittel etc.) durch die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) der Neuapostolischen Kirche. Bitte informieren Sie am Betsen die Verwaltung der zuständigen NAK Gebietskirche.

nach oben


14. INTERNET, GEBÜHRENEINZUGSZENTRALE usw.)

Denken Sie auch daran, folgende Parteien über den Todesfall zu informieren:-
- Wohnungsvermieter
- Post -(fach)
- Radio- und Fernsehanstalten (GEZ-Abmeldeformulare bei Banken und Sparkassen)
- Internetprovider (bitte klären, welche Daten, Bilder etc. dort online gespeichert wurden)
- Elektrizitäts-, Wasser- und Gaswerke
- Zeitungs- bzw. Zeitschriftenabonnements künden
- Vereinsmitgliedschaften und andere öffentliche Ämter künden

nach oben


15. TESTAMENT

Es ist auffällig, wie viele Menschen die Abfassung eines Testamentes vor sich herschieben. Der Gedanke, ich werde das Verfassen eines Testamentes im vorgeschrittenen Alter vornehmen, ist unsinnig. Unabhängig vom Alter sollte bei Vermögenswerten (denken Sie dabei nicht unbedingt an Bargeld, Aktien usw. - insbesondere Immobilien bilden einen hohen Nachlasswert) klare Anordnungen für den Fall des Ablebens treffen. Nicht selten regelt man duch geschickte Verteilung seines Vermögens bei Lebzeiten auch die Höhe der später zu zahlenden ERBSCHAFTSSTEUER. Also, schieben Sie es nicht ständig vor sich her - sie sterben keinen Tag früher, wenn Sie sich jetzt sofort an die Aufsetzung eines Testamentes heranmachen.

Stirbt ein Mensch ohne vorher eine Nachlassregelung in Form eines Testaments oder eines ERBVERTRAGES (kann nur vor einem Notar geschlossen werden)vorgenommen zu haben, tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge ein. Nicht ungewöhnlich ist es, dass dann mehrere Personen gleichzeitig erben und das lag oft nicht im Willen des Verstorbenen. Es entsteht eine sogenannte ERBENGEMEINSCHAFT die sich miteinander einigen müssen. Kostenintensive und teure gerichtliche Auseinandersetzungen sind nicht selten die Folge. Besser ist es, vor seinem Ableben eine klare Anordnung für den Fall seines Todes zu treffen.

Man nennt diese Niederschrift, die an ganz betimmte Formen gebunden sein muss um wirklich wirksam zu werden, TESTAMENT oder LETZTER WILLE. Man kann ein Testament eigenhändig schreiben oder vor einem Notar errichten lassen. Jedes Testament sollte den individuellen Bedürfnissen des Erblassers angepasst werden. Daher ist es wichtig, nicht unbedingt vorgefertigte Testamentstexte unbedacht zu übernehmen.

DIE FORM DES TESTAMENTES
Entweder lässt man das Testament von einem fachkundigen Notar ausarbeiten (nicht gerade preiswert, aber bei größeren Vermögen durchaus sinnvoll) oder man verfasst es selbst.
Ein Testament sollte vom Anfang bis zum Ende eigenhändig und handschriftlich verfasst, in sich verständlich sein und unterschrieben werden werden. Die Unterschrift muss den Vor-und Familiennamen enthalten, weiter sollte der Ort und das genaue Datum (Tag, Monat, Jahr) eingesetzt werden. Auch die Worte TESTAMENT oder LETZTER WILLE sollten als ÜBERSCHRIFT handschriftlich fixiert werden, damit im späteren keinerlei Mißverständnissse entstehen.

Ein Testament kann jederzeit wieder geändert werden.

DAS "BERLINER TESTAMENT"
Nach kürzlich durchgeführten Untersuchungen sind ca. 94 % aller Testamente falsch aufgesetzt oder beinhalten in ihrer Formulierung eklatante Fehler. Besonders das sogenannte "Berliner Testament" ist oft unvernünftig aufgesetzt. Der Hintergrund, dem überlebenden Ehepartner ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen, wird oft verfehlt. Dabei ist die Grundidee besonders für Freiberufler und Selbstständige gut. Die Eheleute bestimmen sich gegenseitig zum Alleinerben des Vermögens, das sie zusammen erwirtschaftet haben. Die Kinder werden auf einen späteren Zeitpunkt "verschoben". Soweit so gut. Nicht beachtet wird, dass auch Kinder einen sogenannten "Pflichtteilsanspruch" haben - und der ist nicht gering. Dieser Anspruch entspricht der halben Erbteilsquote und kann, sollte er eingefordert werden, den überlebenden Ehepartner in arge Not bringen.

Hier wäre es sinnvoll, vor einem Erbfall, das/die Kind(er) zu einem "Pflichtteilsverzicht" vor einem Notar aufzufordern. Ggf. kann das mit einer Schenkung eines bestimmten Geldbetrages verknüpft werden, um dem/den Kind(ern) diesen Verzicht schmackhaft zu machen.

Sofern die Kinder darauf nicht eingehen wollen, kann in ein Berliner Testament noch ein zusätzlicher Passus eingebaut werden. Z.B. dieser: "Verlangt ein Erbe gegen unseren Willen beim ersten Erbgang den Pflichtteil, so soll er auch beim Tode des Letztversterbenden ebenfalls nur den Pflichtteil erhalten." So kann man verhindern, dass allzu ungeduldige Kinder ggf. auf ihren Pflichtteilsanspruch beharren.

Ein Testament, also auch ein Berliner Testament, kann allerdings nur dann geändert werden, so lange beide Erblasser leben und diesen Willen in handschriftlicher Form durch ein Testament kundtun.

Aber Vorsicht! Gerade beim "Berliner Testament" kann eine Doppelbesteuerung auftreten, denn die Freibeträge pro Kind verfallen beim Tode des ersten Elternteils ungenutzt, wurde kein Pflichtteil eingefordert.

Bitte unbedingt beachten:

Vor Abfassung eines Testamentes (bei größeren Vermögenswerten, wie z.B. Immobilien) sollten Sie professionellen Rat einholen (z.B. Fachanwalt f. Steuerrecht, Steuerberater und/oder im Erbrecht spezialisierte Notare oder Anwälte). Ggf. Klärung des Sachverhaltes, ist eine "Schenkung" vor dem Ableben steuerlich sinnvoll usw.

ERBVERTRAG
Der Erbvertrag muss vor einem Notoar geschlossen werden. Es handelt sich dabei um einen Vertrag zwischen dem Erblasser und dem Vertragspartner über Erbeinsetzung oder -verzicht bzw. sonstige Vermächtnisse etc.

WO HINTERLEGT MAN EIN TESTAMENT?
Testamente können gegen eine Gebühr beim zuständigen Amtsgericht hinterlegt werden oder man deponiert sie an einem Ort (vielleicht dort, wo die anderen Unterlagen für einen Sterbefall abgelegt wurden-wie beispielsweie bei den Versicherungspolicen, Bankschließfach etc.) der den Angehörigen bekannt ist. Aber Vorsicht! Ein Testament kann auch plötzlich nicht mehr auffindbar sein (!) und dann ist der Wille des Erblassers Makulatur und nur auf dem gesetzlichen Erbfolgeweg wird das Erbe verteilt. Das Beste ist immer eine amtliche Verwahrung!


IM TODESFALL - TESTAMENT VORHANDEN?
Gibt es ein Testament das hinterlegt ist? Ein handschriftliches Testament sollte es dem Amtsgericht nicht schon vorliegen, umgehend dieser Behörde vorgelegt werden. Fertigen Sie vorher eine Kopie an und lassen sich diese amtlich beglaubigen, denn auch bei Behörden können Vorgänge spurlos verschwinden.

TESTAMENTSVOLLSTRECKER
Bereits zu Lebzeiten kann der Erblasser eine beliebige Person seines Vertrauens als Testamantsvollstrecker einsetzen, die seinen letzten Willen umsetzt.

nach oben


15.1 Erben
Erbe wird man im Erbfall ohne eigenes Zutun. Es tritt entweder die "gesetzliche Erbfolge" ein, oder man wird Erbe durch ein Testament des Verstorbenen (Erblassers). Es sollte gut überlegt werden, ob man ein Erbe annimmt, denn es können nicht nur Vermögen, sondern auch Schulden vererbt werden. Für die Begleichung dieser Schulden haftet man dann mit seinem eigenem Vermögen.

nach oben


15.2 ERBSCHEIN:
Wer einen Erbschein beantragt muss vorsichtig sein, denn er nimmt möglicherweise das Erbe (und damit die Schulden des Erblassers) automatisch an. Besser ist es vorher genau zu prüfen, ob Schulden bestehen und in welchem Verhältnis sie zu der anderen Erbmasse stehen. Man hat die Möglichkeit das Erbe binnen 6 Wochen auszuschlagen zu können.

Will man das Erbe nicht antreten, muss man selbst aktiv werden und das Erbe ausschlagen. Hier ist das zuständige Nachlaßgericht anzusprechen. Aber Vorsicht - hier darf die Frist von 6 Wochen ab Erbfall und Kenntnisnahme nicht überschreiten. Man kann ein Erbe immer nur ganz annehmen oder ausschlagen. bei Minderjährigen müssen das die Eltern tun. Am besten zieht man einen im Erbrecht beschlagenen Rechtsanwalt zu Rate! Die Kosten für den Anwalt hängen stark vom Einzelfall ab. Für die Erstberatung muss man in etwa aber 190,00 € zzgl. MWSt. rechnen.

nach oben


15.3 Erbfolge (wer erbt zuerst?)

Erblasser vererbt an: Ehegatte*) ( Anm. Wer bereits rechtskräftig geschieden war, kann seinen verstorbenen Ehepartner nicht mehr beerben.

nach oben


15.4 Erben 1.Ordnung sind: Kinder*) Enkel*) Urenkel*)
(Enkel treten an die Stelle verstorbener Kinder usw.)
Erben 2.Ordnung sind: Eltern*) Geschwister Neffen/Nichten
(die Geschwister treten an die Stelle verstorbener
Eltern usw.)
Erben 3.Ordnung sind: Großeltern (bzw. deren Abkömmlinge)
Erben 4.Ordnung sind: Urgroßeltern (bzw. deren Abkömmlinge)
Erben 5.Ordnung sind: entfernte Voreltern (bzw. deren Abkömmlinge)

nach oben


15.5. FREIBETRÄGE BIS ZU DENEN KEINE ERBSCHAFTSSTEUER ANFÄLLT:
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Steuerklasse I - Ehefrau - Freibetrag 500.000,00 EURO

Kind / die ehelichen gleich-
gestellten Kinder (Stiefkinder) Freibetrag 400.000,00 EURO

Enkel, Eltern und Großeltern (bei Erbschaft) Freibetrag 200.000,00 EURO
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
II Eltern und Großeltern (bei einer
Schenkung), Geschwister, Nichte(n),
Neffen, geschiedener Ehegatte, Stief-
eltern, Schwiegerkinder und Schwieger Steuer zw. 7 und 50 %
eltern
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
III Sonstige, andere Erben folgt (Neuerung) EURO

15.5.1 BESTEUERUNG VERERBTER UNTERNEHMEN
Erbschaftssteuer wird sofort fällig. Firmen mit hohem Betriebsvermögen könnten so
in den Ruin getrieben werden. Der Gesetzgeber hat das abgefedert. Rückwirkend ab 01.01.2007 soll eine Änderung eintreten. Führt ein Erbe das Unternehmen 15 Jahre lang weiter, kann ein Großteil der Erbschaftssteuer ganz erlassen werden. In den ersten 10 Jahren reduziert sich die Forderung schrittweise um 85 %. Voraussetzung ist, dass die vorhandenen Arbeitsplätze weiter erhalten bleiben. Landwirte und Inhaber vermieteter Wohnungen sollen besser gestellt werden. Details werden in den anstehenden Gesetzesverfahren noch geklärt. (Quelle: WAZ vom 05.11.2007)
(alle Angaben ohne Gewähr!)

nach oben


15.6 SCHWARZGELD
Sie werden nicht bestraft, wenn Sie Schwarzgeld erben und es dem Finanzamt sofort nach Kenntnis anzeigen. Tun Sie es nicht, machen Sie sich strafbar und ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung wird zumindest gegen Sie eingeleitet. Es drohen dann hohe Geldstrafen und/oder Haftstrafen bis zu 5 Jahren.

Für entgangene Steuern verlangt der Fiskus die Nachzahlung mit einer zur Zeit 6 %-igen Verzinsung. Das Finanzamt kann bis zu 13 Jahren die Steuern zurückrechnen (bitte bedenken Sie, dass dann auch u.U. die1996 abgeschaffte VERMÖGENSSTEUER anfallen kann.

Auch die Yacht oder die Finca in Spanien, hochwertiger Schmuck kann beim Verkauf (Zeitungsannonce) die Aufmerksamkeit der Finanzbehörden auf sich ziehen. Man sollte schon einen Nachweis erbringen können, woher der Kaufpreis für derartige Vermögensgegenstände stammt.

nach oben


15.7 DEPONIERTES GELD IM AUSLAND
Für das in den noch Steueroasen (Luxemburg; Schweiz; Österreich) angelegte Geld wird in diesen Ländern eine 15 %ige (seit Juli 2005) Steuer auf die Zinserträge abgeführt. Im Zuge der EU- Angleichung wird sich das aber ändern.


EIN- und AUSREISENDE IN DIE LÄNDER SCHWEIZ, LUXEMBURG, ÖSTERREICH werden häufig nach Geldbeträgen durchsucht. Nicht selten zieht das bei Unregelmäßigkeiten ganz erhebliche Steuernachzahlungen, Strafen etc. nach sich. Vor allem dann, wenn Schwarzgeld über die Grenzen gebracht werden soll. Die Zollbehörde informiert sofort das zuständig Finanzamt und der Sachbearbeiter wird sofort tätig.

*) diese sind pflichtteilsberechtigt. Der Pflichtteil entspricht der Hälfte des Wertes der gesetzlichen Erbfolge und ist - sofern er gefordert wird - in Bargeld auszugleichen.

STIFTUNG
Wer über seinen Tod hinaus einen bestimmten Zweck fördern möchte, kann dieses durch die Errichtung einer Stiftung tun. Im Rahmen einer Unternehmensnachfolge kann das sogar erhebliche Steuervorteile bringen.

nach oben


15.8 Spenden
Dieser Punkt wird in Kürze weiter ergänzt.

nach oben


16. LEBENSVERSICHERUNGEN / STERBEGELDVERSICHERUNGEN

Falls der Bestatter diesen Punkt noch nicht erledigt hat (oder Sie es nicht wollten), müssten Sie die Unternehmen informieren. Bitte senden Sie dazu (Einschreiben/Rückschein) die Police(n) mit Angabe Ihrer Kontonummer und Sterbeurkunde umgehend ein. In der Regel werden die Leistungen schnell erstattet.

Die Versicherungsgesellschaft muss z.B. bei Risikolebensversicherungen, innerhalb von drei Tagen nach dem Todesfall in Kenntnis gesetzt werden. Auch bei Suizid (Selbstmord) kann nach einer gewissen Zeit des Bestehens einer Lebens- oder Risikoversicherung eine Leistung erfolgen. Näheres regeln die Versicherungsbedingungen (oder Rückfrage bei der Versicherungsgesellschaft).

nach oben


16.1. HAFTPFLICHTANSPRÜCHE bei tödlichem Unfall
Wurde der Verstorbene unschuldig in einen tödlichen Unfall verwickelt, muss der Verursacher oder dessen Haftpflichtversicherung den gesamten Schaden der daraus entstanden ist, ersetzen. Hierzu zählen neben den Kosten der Beerdigung, u.U. auch das Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen, die Anwalts- und Sachverständigenkosten, die Gerichtsgebühren und die Kosten für Gutachter. Möglicherweise auch die Unterhaltskosten der Hinterbliebenen, wenn der Verstorbene als Alleinverdiener die Familie versorgt hat.
Unser Rat: unbedingt einen Fachanwalt (Verkehrsrecht) einschalten.

nach oben



17. KRANKENVERSICHERUNG / KRANKENZUSATZVERSICHERUNGEN

Bitte prüfen Sie ob private Kranken-Zusatzversicherungen des/der Verstorbenen bestehen. Diese sind bei Tod sofort kündbar. Bitte senden Sie dem Versicherungsunternehmen eine Kopie der Sterbeurkunde. Sind Leistungen noch nicht abgerechnet worden (Krankenhaustagegeld, Krankengeld usw.) sollte man das sofort in die Wege leiten.


nach oben



18. GESETZLICHE RENTENVERSICHERUNG
Die Hinterbliebenenrente können Sie an folgenden Stellen beantragen:
-bei der zuständigen Ortsbehörde
-einem Versichertenältesten der Krankenkassen
-einer Überwachungsstelle des Rentenversicherungsträgers

War der Verstorbene Rentner, so müssen Sie innerhalb von 14 Tagen einen Antrag auf Auszahlung der bisherigen Rente des Verstorbenen für die nächsten drei Monate beim zuständigen Postamt/Rentenzahlungsstelle stellen. Dazu benötigen Sie eine Sterbeurkunde und den letzten Rentenbescheid über die Höhe der Rente.

nach oben

18.1 Kinder und Rente
Hinterläßt der Verstorbene anspruchsberechtigte Kinder, ist ein Antrag auf Waisenrente unter Vorlage der Geburtsurkunden der Kinder zu stellen.
Kinder haben ebenfalls einen Anspruch auf (Halb-) Waisenrente - im Grunde bis zum 18. Lebenjahr (Voraussetzung: sie befinden sich in Schul- oder Berufsausbildung). Ein behindertes Kind hat eine verlängerte Rentenzahlung der Waisenrente, nämlich bis zum 27. Lebensjahr.

nach oben


19. BETRIEBLICHE ZUSATZVERSICHERUNG
Bestand bei der Versicherungsanstalt des Bundes und der Länder in Karlsruhe eine Zusatzversorgung, dann stellen Sie dort einen Antrag auf Hinterbliebenenrente/Waisenrente.

Bestand bei der Versicherungsanstalt des Bundes und der Länder in Karlsruhe eine Zusatzversorgung, dann stellen Sie dort einen Antrag auf Hinterbliebenenrente/Waisenrente. Nicht selten hat der/die Verstorbene über die Firma eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Versicherung abgeschlossen (Direktversicherung als Lebens- oder Rentenversicherung etc.) – u.U. ergeben sich hier weitere Leistungsansprüche aus diesem Vertrag. Bitte klären Sie diesen Punkt mit der Lohn/Gehaltsabrechnungsabteilung der Firma.

nach oben


20. BANKEN / BANKSCHLIESSFACH / SPARKASSEN / GELDANLAGEN / DEPOTS

Banken, Sparkassen oder Postscheckamt, bei denen der Verstorbene ein Konto hatte, sind zu verständigen. Bitte lassen Sie auch alle EC-Karten und sonstige Kreditkarten (Visa, American-Express, Mastercard usw.) sofort sperren (dazu bitte eine Sterbeurkunde vorlegen). Kontovollmachten sind zu widerrufen. Sofern keine Kontovollmacht durch einen Angehörigen bestand, sind Zahlungsnachweisungen nur dann möglich, wenn der Betreffende einen Erbschein des zuständigen Notariats vorlegt.

Sind mehrere Erben des Verstorbenen vorhanden, können Schwierigkeiten auftreten, da die "Erbengemeinschaft" nur gemeinsam Abhebungen bzw. Überweisungen vom Konto vornehmen darf.

Erkundigen Sie sich über die genauere Vorgehensweise bei der betreffenden Bank.
Weitere Informationen: siehe unter Punkt 14.1. und 15

BANKVOLLMACHT
Eine Bankvollmacht kann ausgestellt werden, die auch über den Tod hinaus wirkt. Erben sollten nachprüfen, ob eine solche Vollmacht besteht und sie ggf. widerrufen.

nach oben


21. TELEFON / HANDYVERTRÄGE
Dieser Punkt wird in Kürze ergänzt.

nach oben


22. SACHVERSICHERUNGEN

Gibt es Versicherungen, in denen der Verstorbene als Versicherungsnehmer (Der Versicherungsnehmer (VN) ist der Vertragspartner des Versicherungsunternehmens (VU) für einen abgeschlossenen Versicherungsvertrag) eingesetzt war?
Ist ein Unfalltod eingetreten, bitte sofort das Versicherungsunternehmen informieren, falls eine Unfalltod-Zusatzversicherung in dem Vertrag abgeschlossen war.

Der/die Verstorbene könnte bei der Hausrat-; Privathaftpflicht-; Unfall-, Rechtsschutzversicherung usw. Vers.Nehmer gewesen sein, muss hier die "Versicherungsnehmereigenschaft" auf den Rechtsnachfolger (Ehefrau etc.) umgeschrieben werden. Hier reicht meistens ein Anruf bei Ihrer betreuenden Geschäftsstelle oder beim Versicherungsunternehmen.

Aus manchen Versicherungsverträgen muss der Verstorbene dann ausgeschlossen werden (Unfallversicherung, Krankenversicherung usw.). Es empfiehlt sich dann auch zu prüfen, ob die laufenden Versicherungsverträge nicht auf einen Single-Tarif umgestellt werden können (z.B. wenn die Kinder alle aus dem Haus sind). Das spart erhebliche Kosten.

Das KFZ sollte zeitnah beim Straßenverkehrsamt umgemeldet werden, falls es weiter gefahren werden soll. Der Schadenfreiheitsrabatt (SFR) kann in der Regel auf den Ehepartner problemlos umgeschrieben werden, sofern er die gleichen Voraussetzungen erbringt wie der/die Verstorbene (z.B. sollte er/sie die gleiche Anzahl von schadenfrei gefahrenen Jahren erbringen). Auf den Ehegatten ist die Umschreibung problemlos möglich.

nach oben


23. BETRIEBLICHE VERSICHERUNGEN
Über den Steuerberater lässt sich am Besten klären, welche betrieblichen Versicherungen bestehen, welche aufgelöst werden können und welche ggf. weiter bestehen bleiben sollten. Oft ist in einer Betriebs-Hafpflicht-Versicherung eine Private Haftpflicht-Versicherung für die Familie des Inhabers eingeschlossen. Bei Kündigung der Betriebshaftpflicht-Versicherung erlischt dann auch der private Haftpflicht-Schutz. Unter Umständen geht ein wichtiger Baustein im perösnlichen Versicherungsschutz verloren.

Auch bei Firmen-Rechtsschutz-Versicherungen fsind private Deckungsmodelle (Privat-; Verkehrs-; Berufs- und/oder Haus-und Grundstücks-Rechtsschutzversicherung) häufig mitversichert und erlöschen ebenfalls bei Kündigung.

Sorgsam sollte man auch das Risiko einer sogenannten Nachhaftung beachten. Auch nach Jahren können Ersatzansprüche aus einer beruflichen Tätigkeit an die Erben gestellt werden. Hier gibt es Nachhaftungsmodelle, die am Besten mit dem fachkundigen Versicherungsberater geklärt werden sollten. Ein kostenloses und neutrales Forum für alle Versicherungsfragen findet man z.B. unter www.webdienst-online.de.


nach oben


24. BAUSPARVERTRÄGE
In Bausparverträgen sind oft nicht unerhebliche Guthaben enthalten. Sprechen Sie mit Ihrem Bausparkassenberater, ob der Vertrag nicht auf einen anderen übertragen werden kann oder lassen Sie sich das Guthaben auszahlen.

nach oben


25. PRÄMIENSPARVERTRÄGE / SPARPLÄNE / SPARRATENVERTRÄGE
Klären Sie mit dem Anlageinstitut was mit dem Vertrag/Guthaben geschehen soll (Auszahlung/Umschreibung). Ggf. gehen bei vorzeitiger Kündigung staatliche Prämienanteile verloren.

nach oben


26. KREDITE / HYPOTHEKEN / SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
Achten Sie bitte darauf, ob der/die Verstorbene bei laufenden Hypothekenverpflichtungen durch eine separat abgeschlossene Riskio-Versicherung versichert gewesen ist. Die Beiträge sind auf dem jährlichen Kontoauszug (bei laufender Zahlung) oder als Einmalbeitrag abgebucht worden. Sollte das der Fall sein, ist vielleicht schon ein großer Teil des/der Verpflichtungen abgelöst. Häufig sind auch Bausparverträge mit einer zusätzlichen Risiko-Lebensversicherung gekoppelt, aus der ebenfalls bei einem Todesfall Geld ausbezahlt wird.

nach oben


27. SCHLIEßFÄCHER BEI BANKEN

Wichtige persönliche Unterlagen, Wertpapiere, Schmuck, Testament usw. weden oft im Bankschließfach aufbewahrt. Wichtig zu wissen ist, dass jeder Zugang hat, der über den Schlüssel, das Passwort oder die Geheimnummer verfügt und zwar ohne jegliches Ansehen der Person. Im Regelfall wird nämlich nicht durch die Bank kontrolliert, wer Zugang zum Schließfach nimmt.

Man sollte vorher überlegt haben, wem man die Schlüssel anvertraut. Der Zugang wird sofort gesperrt, sobald die Bank vom Tode des Schließfachinhabers erfährt.

nach oben


28. VERMÖGENSWERTE
Sollen bestimmte Personen nicht erben, sondern beispielsweise nur einzelne Dinge aus dem Nachlaß erhalten, so sollte der Erblasser bezüglich dieser Gegenstände rechtzeitig ein Vermächtnis anlegen. Die vermachten Gegenstände gehen nicht sofort mit dem Todes des Erblassers in das Eigentum des Bedachten über. Die Erben müssen aber dem Bedachten den Gegenstand herausgeben.

nach oben


29. BEI SELBSTSTÄNDIGEN DIE VERSTORBEN SIND
Als Berufseinsteiger waren viele Selbstständige über den Arbeitgeber entweder als Arbeiter oder Angestellter pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung. In dieser Zeit wurden Rentenansprüche erworben, die von den Hinterbliebenen geltend gemacht werden können.

Achtung: Eine Rente wird nicht automatisch - sondern nur auf Antrag gezahlt. Informieren Sie sich bei Ihrer Rentenversicherung!

Wenn der Chef einer Firma plötzlich stirbt, hängt das Überleben der Firma oft davon ab, wie gut die Erbfolge geregelt wurde. Jedes Jahr sterben ca. 18.500 Firmeninhaber, fehlt dann ein Testament, kommen die gesetzlichen Erben in den Genuß der Hinterlassenschaft. Nicht selten entsteht dann eine sogenannte Erbengemeinschaft, die aus mindestens zwei oder mehr Erben besteht.

Stehen firmenrelevante Entscheidungen an, kann man nur gemeinsam abstimmen (Einstimmig). Außerdem kann jeder Erbe beantragen, dass sein Anteil am Erbe, also an der Firma, ausbezahlt wird. Verhängnisvoll kann es werden, wenn zwar ein Erbe eingesetzt wurde, Pflichtteilsansprüche aber durch den Firmeninhaber nicht rechtzeitig berücksichtigt wurden. Dann kann es zu Ausgleichszahlungen kommen. Wer rechtzeitig, d.h. bei Lebzeiten die Pflichtteilsberechtigten ausbezahlt und sie dadurch auf ihren Anspruch verzichten, hat richtig vorgesorgt. Besonders interessante Vorteile in steuerlicher Hinsicht gibt es, wenn die Firma mindestens 5 Jahre durch den/die Erben weitergeführt wird. Sprechen Sie Ihren Steuerberater darauf an.

nach oben


30. ORGANSPENDE
Die Neuapostolische Kirche erhebt weder Einwände gegen eine Organentnahme zu Transplantationszwecken noch gegen eine Obduktion zu Diagnose- und Forschungszwecken. Werden bei hirntoten, beatmeten Patienten Organe zur Transplantation entnommen, handelt es sich aus Sicht der Kirche nicht um eine Tötung. Die Organentnahme hat keine Auswirkung auf die Seele.

Voraussetzung für die Organspende ist die definitive Feststellung des Hirntodes des Betroffenen. Der Hirntod muß durch zwei Ärzte unabhängig voneinander festegestellt werden. Bei einem über drei Stunden andauernden Herz- und Kreislaufstillstand genügt die Feststellung durch einen Arzt.

Sollte eine schriftliche Einwilligung des Verstorbenen vorliegen kann eine Organentnahme gemäß der Willenserklärung vorgenommen werden. Bei Fehlen einer schriftlichen Einwilligung werden die Angehörigen befragt. Diese haben den mutmaßlichen Willen des Spenders zu beachten. Außer Betracht bleiben Angehörige, die in den letzten zwei Jahren keinen Kontakt zu dem Verstorbenen hatten.

Beachten sollte man, dass für jegliche Organentnahme die Zustimmung ausdrücklich erforderlich ist, eine vermutete Zustimmung ist nicht ausreichend. Die Rechtslage nach dem Transplantationsgesetz ist zu beachten Internet-Inforamtionen: Bundesminister für Gesundheit:(http://www.bmgs.bund.de/download/gesetze/organspende/organ/ubersich.htm)

nach oben

TREFFEN SIE EIGENE VORSORGE



31. PATIENTENVERFÜGUNG / VORSORGEVOLLMACHT /BETREUUNGSVERFÜGUNG

Wir alle wünschen uns, nie in die Situation zu kommen, dass wir nicht mehr selber für uns entscheiden können. Doch die Erfahrung lehrt uns, wie schnell ein derartige gelagerter Fall eintreten kann. Manchmal ist dieser Fall durch den Verlauf einer schweren Krankheit oder durch hohes Alter bedingt, vorhersehbar.

Für den Fall das jemand nicht mehr selbst entscheiden kann (z.B. über lebensverlängernde Maßnahmen), ist die Patientenverfügung hilfreich. Durch eine Vorsorgevollmacht kann der Verfasser eine Person bevollmächtigen, sein Selbstbestimmungsrecht in bestimmten Fällen auszuüben.

31.1 PATIENTENVERFÜGUNG
Jeder kann zu Lebzeiten selbst bestimmen, was mit ihm geschehen soll, wenn ihn nur noch Apparate vor dem Tod bewahren. Die behandelnden Ärzte müssen dem Willen des Patienten dann folgen, wenn dies zuvor von ihm schriftlich festgelegt wurde.

(BGH-Urteil: Az. XII ZB 2/03 "Ist ein Patient einwilligungsunfägig und hat sein Grundleiden einen irreversiblen, tödlichen Verlauf angenommen, so müssen lebenserhaltende Maßnahmen unterbleiben, wenn dies seinem zuvor geäußerten Willen entspricht").
Dieser Wille muss jedoch zuvor möglichst eindeutig, bestenfalls unter Hinzuziehung des Hausarztes oder eines anderen Sachkundigen, festgelegt worden sein.
Gast
Benutzername

Password

Speichern



Registrieren
Password verloren?
Suche in trauerkreis.de

in
News
Artikel
Forum
Shoutbox
Zum Posten bitte einloggen.

dheilpraxis 26 Mai : 17:47
wer weiß Rat, habe bisher nur mit trauernden Kindern gearbeitet

dheilpraxis 26 Mai : 17:46
ich soll morgen eine Elterngruppe zum Thema Trauer leiten.

Rainbow 02 Feb : 15:18
Machmal verlangt das Leben von uns, dass wir Dinge wegstecken, für die wir eigentlich gar keine Taschen haben. (Verf. mir nicht bekannt)

Rainbow 26 Dez : 23:21
Schick mir keinen Engel der mich über die Schwelle trägt aber einen der in dunkler Stunde noch flüstert Fürchte dich nicht ( Elisabeth Bernet)

Rainbow 26 Dez : 23:20
Schick mir keinen Engel der alle Dunkelheit bannt aber einen der mir ein Licht anzündet Schick mir keinen Engel der alle Antworten kennt aber einen der mit mir die Fragen aushält Schick mir keinen Eng

Shoutbox Archiv
Letzte Artikel
Treffen Trauerbeglei...
Das Wesentliche blei...
Erster Schultag mein...
Du wei0t den Weg für...
meiner liebster papa...
Copyright © 2005-2014